Tätowierfarbe

Eine Tätowierfarbe ist eine Spezialtinte für die künstliche Pigmentierung der Haut. Meist werden von Tätowierern vorgemischte Farben verwendet, seltener eigene Mischungen und in der Regel mittels einer Tätowiermaschine in die Haut eingebracht. Die Farben bestehen vom Volumen her etwa zur Hälfte aus Pigmenten, zur anderen Hälfte aus Lösungsmittel oder Dispergiermittel (zumeist Wasser oder Alkohol, aber auch Öle und Glycerin) sowie Verdicker und Konservierungsmittel. Die Pigmente basieren auf organischer oder anorganischer Chemie. Zu den gesundheitlich problematischen Stoffen werden Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Schwermetalle gerechnet. Heute ersetzen oftmals Azopigmente die Metallverbindungen. Pro cm² Haut werden ein bis zwei Milligramm Pigmente eingebracht.

Medizinische Aspekte

Tätowierfarben können die Gesundheit gefährden (unter anderem Infektionen, Allergien, mutagene Wirkung).

Ferner entstehen bei der Laserentfernung Spaltprodukte, von denen die Langzeitwirkung noch nicht genau bekannt ist; vermutet wird, dass sich ein Teil der gespaltenen Farbpigmente in Leber, Milz und Lymphknoten anreichert.

Es vergeht momentan keine Woche in der wir nicht auf irgend einem Medienkanal darauf aufmerksam werden was wieder für schädliche Substanzen in Tattoofarben entdeckt wurden und wie gefährlich das ist.

Das sensibilisiert natürlich und man beginnt sich zu hinterfragen ob man sich sorgen muss vor dem nächsten Tattootermin. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen euch mit diesem Blogbeitrag einige wichtige Punkte betreffend Tattoofarben zu erläutern.

TATTOOFARBEN UND IHRE INHALTSSTOFFE 

Das solltest du wissen 

Autlackein Tattoofarben Gefunden

scheint eine der beliebtesten Überschriften dabei zu sein, liest man sie doch bei jedem zweiten Artikel. Und tätsächlich eine gute Schlagzeile – denn Angst schürt man damit ganz sicher. Der Wahrheit entspricht dies jedoch nur teilweise, denn organisch – synthetische Farbpigmente werden sowohl in der Kosmetik, Lebensmittelindustrie als auch im technischen Bereich verwendet und sind in ihrem Ursprung nicht einer bestimmten Verwendung zugeordnet. Das gleiche blaue Farbpigment kann nach seiner Verarbeitung in einer Marzipantorte, einem Lippenstift, Einer Tattoofarbe oder auch im Lack vom neuen Fiat Punto zu finden sein. Natürlich unterscheidet sich die Aufreinigung und Weiterverarbeitung des Pigments zwischen kosmetischem und technischem Bereich dabei erheblich! Entscheidend ist welcher Gütegrad von Farbpigmenten verarbeitet wurde, deshalb ist es unerlässlich beim Tätowieren auf qualitativ hochstehende Produkte zu setzen.

Pigment nicht gleich Pigment

sollte die Überschrift von einem intelligenten Artikel unserer Meinung nach lauten. Denn hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Durchaus gibt es Farbpigmente die bedenklich sind und potentiell Schaden in unserem Körper anrichten können. Jedoch arbeiten seriöse Hersteller mit unbedenklichen und zugelassenen Pigmenten! 

Am häufigsten liest man von sogenannten AZO und PAK Pigmentstoffen, die schädlich für den Körper sind. Doch was bedeutet dies?

AZO Pigmentstoffe

Azo Pigmente sind eine Form der organisch – synthetischen Pigmente die in der allgemeinen Industrie verwendet werden. Da sie sich relativ einfach verarbeiten lassen und sich durch ihre Farbintensität auszeichnen, sind sie beliebt. Problematisch an den Azo Pigmenten ist, dass sich sogenannte aromatische Amine aus der Verbundkette des Pigments lösen können und man dann von einem Krebserzeugenden Potential ausgeht. Dies kann sowohl UV Strahlung, als auch Laserstrahlung die auf das Farbpigment treffen, bewirken. Deshalb sollte auch auf Tattoofarbe verzichtet werden die diese Azo Pigmente beinhaltet.

PAK Pigmentstoffe

Der schwarze Farbstoff wird in der Industrie in jedem Fall aus Russ erzeugt, wird dieser Russ aus Erdöl gewonnen enthält er sogannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, wobei einige Substanzen dieser Stoffgruppe ebenfalls unter dem Verdacht stehen Krebserzeugend zu sein. Auch hier sollte deshalb auf Farben zurückgegriffen werden die frei von Pak Pigmenten sind.

Krankheitserreger in Tattoofarben ? 

Auch das konnte man bisher des öfteren lesen. Grundsätzlich ist dies keineswegs ausgeschlossen, aber der Fehler ist dabei nicht beim Hersteller der Tattoofarbe zu suchen, sofern es sich um ein seriöses Unternehmen handelt. Tattoofarben werden bei der Produktion mittels Gammastrahlung sterilisiert und die Farbflaschen verschweißt. Der hygienische Umgang mit der offenen Tattoofarbe liegt anschließend am Studio bzw. Tätowierer der die Farbe verarbeitet. Ausgebildetes Personal kennt die notwendigen Hygiene Massnahmen die getroffen werden müssen bei der Handhabung von Tattoofarben und hält diese auch ein.

Grundlegend ist es wichtig zu verstehen dass die Tattoobranche ein stetig wachsender Markt ist. Hersteller von Tattoozubehör wie auch Farben gibt es mittlerweile unzählige und wie überall gibt es eine große Spanne von Qualität die angeboten wird. Die namhaften Hersteller von Farbmitteln zu Tätowierzwecken sind sehr daran interessiert dass ihre Produkte den bestmöglichen Standards entsprechen, jedoch ist dies immer auch eine Preisfrage, denn zweifelsohne wirkt sich die Herstellung von Farben mit teureren Ausgangsstoffen auch auf den Verkaufspreis aus. 

Wir finden jedoch das sowohl Studios als auch ihre Kunden die höchsten Erwartungen an Qualität haben sollten. Es geht schließlich um unseren Körper!

Keine sicheren Farben?

Eine Liste mit garantiert ungefährlichen Tattoofarben existiert nicht.

Zudem ist häufig unklar, welche Inhaltsstoffe überhaupt sicher sind – untersucht hat das bisher kaum jemand.

Eine spezielle Zulassung benötigen Tätowiermittel in Österreich und Deutschland nicht.

Die EU-Kommission veröffentlicht allerdings eine schwarze Liste jener Tattoofarben-Produkte, in denen bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden wurden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass andere Produkte sicher sind.

In Deutschland gibt es seit dem Jahr 2009 eine Tätowiermittelverordnung, die zumindest grundlegende Anforderungen an Tätowierer und Materialien stellt.

In Österreich wurden Pläne für eine entsprechende Regelung auf Druck der Wirtschaft wieder verworfen.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung drängt auf eine Positivliste, auf der alle garantiert unbedenklichen Tätowierfarben aufgezählt sind.

Eine solche lässt jedoch weiter auf sich warten.

Aktuelle RAPEX Meldungen des Bundesministeriums Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz:

Tattoo ink

Tattoo or permanent make-up ink

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