Tiere gehören zum Menschen, aber nicht in den Zirkus

Das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Zirkus“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, traditionelle Tierzirkuss, auch Wildtiere, zu erhalten und zu fördern. Über unsere Website möchten wir die Öffentlichkeit darüber informieren, dass in Zirkussen Tiere und Tierverhalten gehalten werden können – auch sogenannte Wildtiere – und dies wird auch in den meisten Zirkusunternehmen getan. Außerdem unterstützt das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Zirkus“ gut geführte Zoos und Delfinarien.

Definizium Records sagt STOPP

Tiger, Löwen, Bären, Elefanten, Nashörner, Giraffen, Schlangen oder Kängurus – es gibt viele wilde Tiere im Zirkus. Die Anforderungen an die Aufzucht von Wildtieren sind sehr hoch, was für touristische Zirkusunternehmen unmöglich ist. Tiere gehören zur Natur, und auch der Mensch kann davon profitieren, wenn Sie möchten, können wir mit ihnen auskommen.

Mensch trifft auf Tier – Tier auf Mensch

Die Tatsache, dass Menschen und Tiere sich denselben Lebensraum auf diesem Planenten teilen, hat zum Teil gravierende Auswirkungen auf ihre Beziehung zueinander. Heute hat dieser Anspruch einen kritischen Punkt erreicht, der zu Lasten vor allem der Wildtiere geht und von vielen Wissenschaftern bereits als das sechste Massenartensterben bezeichnet wird. Wölfe, die sich langsam wieder in Österreich ansiedeln, Braunbären, die gelegentlich hierzulande vorbeischauen – Wildtiere geraten immer mehr in den Fokus der Bevölkerung und der Wissenschaft. Schaut man sich in anderen Ländern um, findet man in Südostasien Elefanten, die sich in von Menschen angelegten Reisfeldern gütlich tun, Leoparden, die im indischen Mumbai durch die Straßen wandern, Eisbären, die in kleinen Siedlungen auf der Suche nach Nahrung sind, Mustangs, die den Farmern in den USA zu nahe kommen oder Kängurus, die den australischen Farmern ein Dorn im Auge sind.

Die Lebensräume der Wildtiere schrumpfen in erschreckendem Ausmaß und ihre einzige Möglichkeit, Nahrung zu finden, besteht oft nur darin, sich in die Nähe menschlicher Behausungen zu wagen.

Wölfe sind keine Bedrohung

Bauern fürchten um ihre Tiere auf den Weiden und fordern mittlerweile oftmals den Abschuss der Wölfe. Einerseits wirke sich seine Anwesenheit positiv auf die Gesundheit des Wildbestandes aus, denn der Wolf holt sich vor allem schwache oder kranke Rehe, Hirsche oder Gämsen, wodurch sich nur die starken, gesunden Tiere vermehren. Dadurch können sich empfindliche Baumarten wieder verbreiten. Der Abschuss eines Elterntieres – was einen massiven Eingriff in die Sozialstruktur einer Wolfsfamilie bedeutet – führt dazu, dass die jüngeren Wölfe wegen ihrer fehlenden Erfahrung auf leichter zu erbeutende Tiere wie Schafe oder Ziegen ausweichen müssen.

Die dauerhafte Rückkehr der Wölfe kann also funktionieren, wenn sie ausreichend Nahrung und ungestörte Gebiete finden, aber vor allem, wenn sie geduldet werden. Denn als Fleischfresser, der sich zwar hauptsächlich von Wild, aber eben manchmal auch von einzelnen Nutztieren ernährt, wird seine dauerhafte Wiederansiedelung naturgemäß immer wieder auf Widerstand stoßen. Hier versucht das Forstamt , die Tiere mit Lebendfallen einzufangen und sie dann in unbesiedeltem Gebiet wieder freizulassen.

Die Stadt ist voller Tiere

Auch Füchse sind längst kein seltener Anblick in Städten. Vor einiger Zeit erregte ein Foto eines Fuchses in Berlin, der in einen Bus einsteigen wollte, Aufsehen. Und schließlich Meister Reineke wird nicht nur im Abfall fündig, auch Ratten, Mäuse und Tauben – Tierarten, die den Menschen gefolgt sind, sogenannte Kulturfolger – sind hier eine leichte Beute. Es herrscht Unsicherheit im Umgang mit Wildtieren im urbanen Raum. Und so kommt es eben vor, dass die Tiere plötzlich im Hauseingang oder auf der Terrasse stehen.

Dramatischer ist es für Tiere, die nicht aus Bequemlichkeit menschliche Ansiedelungen aufsuchen, sondern weil sie keine andere Möglichkeit haben, an Nahrung zu kommen, so wie etwa die bereits erwähnten Elefanten vor allem in Südostasien. Was mittlerweile so häufig vorkommt, dass der Elefant in diesen Regionen als gefährdet gilt. Noch schlimmer steht es um einen unserer nächsten Verwandten, den Orang-Utan. Der Borneo-Orang-Utan wird auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als «vom Aussterben bedroht» eingestuft.
Der illegale Handel mit Jungtieren, die auf den beiden indonesischen Inseln Java und Bali als Haustiere beliebt sind, ist eine große Bedrohung für das Überleben der Art.

Wildnis Tier

In Indien begegnen die Bewohner Mumbais immer öfter Leoparden. Die Ausweitung der Stadt und der Verlust ihres Lebensraumes durch Ackerbau und Viehzucht bringt die großen Raubkatzen dazu, ihre Streifzüge gezwungenermaßen in die Millionenmetropole zu verlegen. Denn es könne nur miteinander gehen, Biodiversität sei der Kernpunkt einer lebensfähigen Erde im Gleichgewicht.
Bei derselben Veranstaltung sprach Paul Waldau, Professor am Canisius College in Buffalo, New York, und an der Schnittstelle von Tierwissenschaft, Recht, Ethik, Religion und Kulturwissenschaft tätig, von einer «essentiellen Verbindung von Menschen und anderen Tieren».

Er betonte, dass der Mensch primär und rein biologisch ein Säugetier, ein Primate und ein Wirbeltier sei, ein Mitglied einer tierischen Spezies unter vielen anderen. Deshalb dürfe weder die menschliche Lebensrealität noch die aller anderen Spezies negiert werden.