Weihnachten und Co

Ein Hund mit roter Schleife um den Hals sitzt zwischen einer Mülltonne und einem großen Korb für Grünabfälle - im Hintergrund verschneiter Wald.

Viele Kinder wünschen sich ein Tier. Eltern möchten ihren Kindern häufig gerne jeden Wunsch erfüllen. Dennoch ist ausdrücklich davon abzuraten, aus emotionalen Gründen ein Tier zu verschenken. Meist kommt es dabei zu unüberlegten Spontankäufen und später sind plötzlich die Meerschweinchen doch zu langweilig, der Hund ist zu laut oder die Tiere machen zu viel Dreck. Viele Menschen wissen nicht, dass Hamster nachtaktiv sind und tagsüber schlafen, dass Meerschweinchen Fluchttiere sind und nicht gerne kuscheln, oder dass Zwergkaninchen Auslauf und eine Gelegenheit zum Graben benötigen.

Das können Sie tun

Jedes Jahr werden viele tausend Tiere in Tierheimen abgegeben, weil sie unüberlegt angeschafft wurden. Bitte beachten Sie daher:

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf eines Tieres gründlich über dessen biologischen Verhaltensweisen und Bedürfnisse sowie die Anforderungen an eine artgerechte Haltung.
  • Wenn Sie sich für die Anschaffung eines Tieres entscheiden, dann schauen Sie doch bitte in Ihrem nächstgelegenen Tierheim vorbei. Nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Vögel, Kaninchen, Kleinnager (wie Meerschweinchen, Ratten, Mäuse) oder Reptilien warten dort auf ein neues Zuhause.

Die Weihnachtszeit

Zur Weihnachtszeit wünschen sich viele Menschen und vor allem Kinder ein Tier. Doch dieser Wunsch bringt viele Probleme mit sich, denn ein Tier lässt sich nicht so einfach wie ein Pullover oder ein Spielzeug umtauschen. Nach den Feiertagen werden viele unüberlegt gekaufte Tiere in den Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes abgegeben.

Verschenken Sie daher bitte grundsätzlich keine Tiere. Denn die Anschaffung eines tierischen Mitbewohners sollte gut überlegt sein – alle Familienmitglieder müssen einverstanden sein, Sie müssen genügend Zeit für das Tier aufbringen und ihm eine artgerechte Haltung bieten.

Das sind nur einige Punkte, die vor dem Tierkauf zu überdenken sind. Gerade in der Hektik der Vorweihnachtszeit bleibt dazu keine Zeit. Und der Trubel der Feiertage ist ohnehin nicht der geeignete Zeitpunkt, ein Tier in aller Ruhe an seine neue Umgebung zu gewöhnen.

Lassen Sie sich genügend Zeit, bevor Sie ein Tier zu sich nehmen. Bei einem Besuch im Tierheim können Sie mögliche Fragen klären und die dortigen Tiere erst einmal kennenlernen, bevor sie vielleicht einem von Ihnen ein neues Zuhause bieten. Schenken Sie niemals blind jemanden ein Tier – der Beschenkte sollte das Tier immer vorher kennen lernen.

Trotzdem müssen Sie zu Weihnachten nicht auf „tierische“ Geschenke verzichten: Es gibt viele „unbelebte“ Geschenke für Tierfreunde, zum Beispiel gute Ratgeberlektüre zur artgerechten Tierhaltung oder – sofern schon ein Tier im Haushalt lebt – geeignetes Heimtierzubehör. 

Oder Sie verschenken Tierschutz zu Weihnachten – mit einer Patenschaft für unsere Tiere oder Projekte oder mit einer Geschenk-Mitgliedschaft beim Deutschen Tierschutzbund!

Tierschutz auch zu den Feiertagen 

Tierschutzorganisationen erinnern jedes Jahr -insbesondere im Zusammenhang mit Festtagen- daran, dass Tiere nicht verschenkt werden dürfen, da allzu oft verschenkte Tiere nach den Feiertagen in Tierheimen abgegeben werden.

Tierische Gefährten können als „Geschenke“ in einem tieferen Sinne verstanden werden. Sie vermögen, das Leben zu bereichern und viel Freude zu bereiten. Auch wenn das Leben mit einem Tier ein Gabe sein kann, so darf ein Hund, eine Katze, ein Meerschweinchen nicht unüberlegt als Geschenk überreicht werden. Das gilt insbesondere für den Fall, dass der Empfänger ein Mensch ist, die sich der Tragweite einer Tierhaltung und der damit eingehenden Verantwortung nicht bewusst ist. Dazu zählen insbesondere Kinder. Obwohl Kinder eine emotionale Bindung zu Tieren empfinden, können sie normalerweise nicht die volle Verantwortung für dessen Fürsorge und Wohlbefinden übernehmen.

Ein Tier ist kein lebloser Gegenstand sondern ein lebendes, empfindungsfähiges Geschöpf mit seinen artspezifischen Bedürfnissen. Ein neuer Tierhalter verpflichtet sich langfristig, diese Bedürfnisse während der gesamten Lebensdauer des Tieres zu erfüllen.  Bei Hunden kann dies bis zu 14 Jahren und bei einer Katze bis zu 20 Jahren sein.

Diese Verpflichtung schließt ein:

  • Eine ausgewogene und artgemäße Ernährung
  • Ein angepasstes Maß an Beschäftigung und Bewegung
  • Regelmäßige Tierarztbesuche
  • eine lebenslange finanzielle Verpflichtung
  • Zeit für Geselligkeit, Training und Spiel mit dem Tier
  • das Akzeptieren, dass der eigene Lebensstil beeinflusst werden kann

Wer überlegt, jemandem ein Tier zu schenken sollte nachsinnen, ob dies für das Tier selbst von Vorteil ist und ob der Empfänger die Verantwortung dafür übernehmen kann und will. Aus dem Blickwinkel des Tieres gesehen muss man mit einem gesunden Urteilsvermögen folgende Aspekte beleuchten:

  • Passt dieser Mensch überhaupt zu mir?
  • Gibt es im Leben dieser Person Platz für mich?
  • Ist dieser Mensch überhaupt alt genug, um auf mich aufzupassen?
  • Ist er reif genug, um sich optimal um mich zu kümmern?
  • Kennt er meine Bedürfnisse?
  • Kann er finanziell für mich aufkommen?
  • Hat er überhaupt genügend Zeit für mich?
  • Wie lange wird seine Freude wohl an mir vorhalten?

Wer sorgfältig über diese Fragen nachdenkt verhindert, dass aus einem gut gemeinten Geschenk ein unerwünschtes wird. Wenn alles schief geht, kann sich der Tierhalter überfordert fühlen. Im schlimmsten Fall leidet das Tier an Vernachlässigung und wird weggegeben.

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