Tiere vom Aussterben bedroht

Immer mehr Tiere sind von Aussterben bedroht weil der Mensch ihnen seinen Lebensraus zerstört.

Zahlreiche National Parks haben sich in den letzten 30 Jahren gegründet um ein Aussterben von Elefant, Nashorn und Co zu verhindern.

Doch das spiel mit dem Feuer geht weiter.

Löwenbabys als Turisten attraktion, anstelle freien Lebensraum, so ist es in vielen teilen von Afrika.

Beliebt, auch bei unerfahrenen Jägern, ist das Canned Hunting, im Deutschen auch „Gatterjagd“ genannt. Bei dieser Jagdform werden die Tiere von Hand auf Löwenfarmen aufgezogen, in umzäunte Gehege ausgesetzt und wenig später dem Jäger auf dem Silbertablett zum Abschuss „serviert“.

800 bis 1.000 Löwen werden pro Jahr Opfer dieser grausamen Praxis. Auch andere Tierarten, sogar Tiger, sind betroffen. In Südafrika leben bis zu 10.000 Löwen zusammengepfercht in ca. 200 Zuchtfarmen – mehr als jemals zuvor: Gegenüber 2010 ist die Zahl der Löwen in Gefangenschaft um mehr als 50 Prozent gestiegen. Aufgrund von Inzucht leiden viele der Tiere unter Krankheiten. In Freiheit gibt es in Südafrika nur noch etwa 3.500 Löwen, also nicht einmal die Hälfte.

Erst streicheln…

Viele Jungtiere werden zunächst als Touristenattraktion missbraucht: Man kann sie streicheln, fotografieren und mit ihnen spazieren gehen. Ahnungslose Touristen bezahlen Farmbesitzern und Freiwilligenagenturen sogar viel Geld dafür, um als Volontäre Raubkatzenbays, die ihren Müttern weggenommen wurden, auf Löwenfarmen mit der Flasche aufzuziehen. Dass sie damit eine grausame Industrie unterstützen, die selbst von Jagdverbänden zunehmend als unethisch abgelehnt wird, ist den ehrenamtlichen Helfern nicht bewusst.

…dann schießen

Sobald die Löwen älter als vier bis sechs Jahre sind, können sie zum Abschuss freigegeben werden – Jäger bezahlen mehrere tausend Euro für „ihren“ Löwen. Der Abschuss eines gezüchteten Löwen ist allerdings im Durchschnitt wesentlich günstiger und einfacher als der eines wildlebenden Tieres. Auch hieraus erklärt sich die boomende Nachfrage nach der Gatterjagd. Über 90 Prozent der in Südafrika von Großwildjägern geschossenen Tiere stammen aus Zuchtfarmen. In vielen Fällen findet die Jagd nicht auf der Farm statt, in der die Tiere gezüchtet wurden. Die Löwen werden in der Regel an Jagdfarmen in den Provinzen Free State, North West und Limpopo verkauft und dort nach dem Abtransport in umzäunten Jagdgehegen geschossen – ohne Chance auf Entkommen. 2007 unternahm die Regierung von Südafrika einen zaghaften Versuch, die weltweit kritisierte Jagd auf Zuchtlöwen zu beenden. Doch die Züchter klagten und konnten das geplante Gesetz aufgrund technischer Fehler verhindern. Seither boomt die Jagd auf gezüchtete Löwen.

… und schließlich ausschlachten

Mit dem Tod des Tieres ist die industrialisierte Ausbeutung noch immer nicht beendet: Während der Jäger in der Regel Schädel und Fell des Tieres als Statussymbol mit nach Hause nimmt, wird der Körper des Tieres weiter ausgeschlachtet und vermarktet: Löwenknochen finden seit 2008 zunehmend Absatz in der Traditionellen Asiatischen Medizin: Als Ersatzprodukt für die im Handel verbotenen Tigerknochen zur  Herstellung von Tigerwein (tiger bone wine).

Von 2008 bis 2015 wurden aus Afrika die Skelette von mehr als 6.000 Löwen mit einem Gesamtgewicht von gut 70 Tonnen nach Asien ausgeführt, Tendenz stark steigend! 99 Prozent der Knochen stammen aus südafrikanischen Zuchtfarmen und wurden mit staatlicher Genehmigung legal exportiert. 2017 verschaffte die Regierung Südafrikas dem skandalösen Treiben sogar zusätzliche Legitimierung, indem sie eine Exportquote für die Skelette von 800 gezüchteten Tieren pro Jahr festsetzte. Pro Wildlife befürchtet, dass der legale Handel auch die Wildbestände gefährdet, denn zunehmend werden auch wilde Löwen – ebenso wie Tiger, Leoparden und Jaguare – gewildert, um ihre Knochen in den Handel einzuschleusen. Die Zuchtfarmen befeuern die Nachfrage nach vermeintlichen Wunderheilmitteln in Asien und tragen damit zur Bedrohung der Raubkatzen bei.