Über 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Aber warum?

Ehrenamtliches Engagement bringt so viele negative Seiten mit sich.

Zeit, Nerven und Tränen

Ehrenamtliche Arbeit kann sehr emotional belastend sein. Nicht umsonst ist die Burn-Out-Rate unter Ehrenamtlern extrem hoch. Es gibt keinen „Feierabend“. Du bist oft rund um die Uhr im Einsatz und es wird von dir erwartet, dass du auch immer abrufbar bist und Probleme löst. Außerdem bist du mit viel Leid, Grausamkeit und manchmal auch hoffnungslosen Schicksalen konfrontiert. Ich bin mir 100% sicher, dass sich jeder ehrenamtlich Tätige mindestens einmal im Monat den Kopf zerbricht. Und ich will gar nicht wissen, wie oft hinter verschlossenen Türen, da wo keiner einen sieht, Tränen der Machtlosigkeit und Verzweiflung fließen.

Wie man es macht, ist es falsch

Warum setzt du dich für etwas ein und versuchst durch deine Hilfe etwas besser zu machen ?

Ich bin mir sicher, egal in welchem Bereich man arbeitet, es gibt immer jemanden, der deine Arbeit besser woanders eingesetzt wüsste. In der Regel engagiert sich der, der dir diesen Vorwurf macht, aber weder für das eine, noch für das andere.

Ehrenamtliche Arbeit ist Geistig wie auch Körperlich anstrengend

Während deine Freunde bei schönem Wetter das Wochenende am See genießen oder dein Partner sich abends schon gemütlich aufs Sofa kuschelt, bist du noch ehrenamtlich im Einsatz. Das kann ganz schön Körperlich Vordernt sein.

Du triffst auf seltsame Menschen…

Wer sich zum Beispiel bewusst ehrenamtlich im Tierschutz, Legalisierung oder Menschenrecht engagiert hat, der ist fehl am Platz für andere. Denn genau hier, bei der ehrenamtlichen Arbeit, ganz egal in welchem Bereich, trifft man die seltsamsten Menschen. Menschen, mit psychischen Erkrankungen, Behinderungen, Weltanschauung u.s.w.

Welche mit schlechten Manieren. Menschen, die einen nur ausnutzen. Und leider auch Menschen, die Betrügen und Lügen. Diese Menschen gibt es überall. Auch in sozialen Einrichtungen. Vielleicht sogar gerade da etwas mehr.

Du wirst oft angemotzt

Ja, richtig gelesen. In der Regel wird gerne all der Ärger und Frust auf dir abgeladen. Ehrenamtliche Kollegen, Spender, Unterstützer, Interessierte oder auch die, die einfach nur mal bei Facebook meckern wollen. Du bekommst von jedem Mal etwas ab.

Du bekommst kein Geld – es kostet sogar!

In der Regel bekommt man für ehrenamtliche Arbeit keinen Cent. Auch wenn es sich oft anfühlt, wie ein bezahlter Job und man manchmal sogar eine 40 Stunden Woche oder mehr hat, Geld bekommst du dafür nicht. Im Gegenteil, meist gibst du sogar für Sprit, Spenden usw. noch Geld aus. Das machst du zwar freiwillig, aber es kostet dich trotzdem Geld. Und auf ein „Danke für deinen unermüdlichen Einsatz“ kannst du oft lange warten.

Familie, Freunde und Privatleben leiden

Oh ja, ich bin mir sicher, jeder Ehrenamtler weiß ganz genau, wovon ich spreche. „Kommst du endlich?“ „Ja, nur noch 5 Minuten…“. Weil man als ehrenamtlich tätiger viel im Einsatz ist, leidet oft das Privatleben darunter. Und auch Zuhause vorm Fernseher lassen dich die Geschehnisse aus der ehrenamtlichen Arbeit nicht los. Darum brauchen auch Partner, Familie und Freunde starke Nerven und Geduld. Denn oft sind sie nicht an erster Stelle und Termine und Verabredungen werden immer mal wieder, auch spontan verschoben, wenn ein ehrenamtlicher Notfall dazwischen kommt.