Warum ist Hanfmode so teuer ?

Weil Sie Ethisch ist und Ökologisch

Allein um ein Baumwoll-T-Shirt herzustellen werden 2500 Liter Wasser oder mehr verbraucht.
Schlimmer als Kreuzfahrten: Mode-Wahnsinn zerstört Umwelt – wie wir das ändern wollen mit Hanfmode.

Über fünf Milliarden Kleidungsstücke hängen in Deutschlands Schränken. Pro Kopf macht das rund 95 Kleidungsstücke. Kleidung ist heute Massenware. Ständig neue Kollektionen von Modemarken wollen uns vermitteln, dass wir regelmäßig Neues brauchen.

Der Preis, den die Umwelt und andere Menschen dafür zahlen, ist hingegen immens. Einer Untersuchung der britischen Ellen-MacArthur-Stiftung nach könnte die gesamte Textilindustrie bis 2050 für ein Viertel des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes verantwortlich sein.

Die Schattenseiten der Modeindustrie

Derzeit verursacht die Textilindustrie jährlich 1,2 Milliarden Tonnen CO2 – und damit mehr als internationale Flüge und Kreuzfahrten zusammen. Die Modeindustrie als Teil der Textilbranche ist allein für fünf Prozent der globalen Emissionen zuständig.

Beim Waschen von Kleidung mit Plastikbestandteilen gelangen kleinste Partikel davon ins Wasser – und später ins Meer.

Der Anbau von Baumwolle verbraucht schon bei ihrem Anbau riesige Mengen Wasser. Die genauen Angaben hierzu schwanken zwischen 3,6 und 26,9 Kubikmetern Wasser pro Kilogramm Baumwolle. Schon der niedrige Wert entspricht rund 25 Badewannen voll Wasser.

In Zentralasien führte unter anderem dieser hohe Wasserverbrauch der ansässigen Textilindustrie zum Austrocknen des Aralsees. Rund 25 Prozent Marktes entfallen auf Anbau der Naturfaser.

Und auch bei der Verarbeitung der Rohstoffe werden Chemikalien eingesetzt, die dann im Abwasser und manchmal auch direkt im Meer oder Fluss landen – darunter perfluorierte Kohlenwasserstoffe und Phtalate. Diese Stoffe vergiften Böden, führen zu Insektensterben und können die Gesundheit von Menschen in der Region schädigen. Zwar schaffen Modezulieferer dort zahlreiche Arbeitsplätze. Doch oft arbeiten die Menschen dort unter gefährlichen Bedingungen für einen minimalen Lohn.

Zahlreiche bekannte Modemarken haben sich bereits für einen solchen Ansatz ausgesprochen. Nachhaltiger in der Produktion sind die pflanzlichen Alternativen Leinen und Hanf. Mittlerweile werden auch ökologisch nachhaltige Kunstfasern hergestellt – wie etwa Lyocell aus Eukalyptusholz, eine Zellulosefaser auf Basis von Algen oder sogar eine Biopolymer-Faser, die aus Milch gewonnen wird. Wo sich Kunststoffe in Kleidung verstecken und was hinter ihren Bezeichnungen steckt, hat das Verbraucherportal Codecheck aufgeschlüsselt.

Ökologisch und fair produzierte Mode ist allerdings in der Regel teurer als die durchschnittliche Massenware.

«Ich möchte nachhaltige und faire Kleidung kaufen, aber sie ist so teuer … ich kann es mir einfach nicht leisten». Ein Vorurteil von Nachhaltigkeit ist, dass sie teuer ist. Doch wer sich nicht jeden Tag neue Kleidung kauft, sondern ein wenig darauf achtet, wie viel man an Kleidung überhaupt braucht, fällt es jedem direkt ins Auge, dass er zu viel in seinem Schrank hat. Wer sich dagegen nur mit billigen Produkten umgibt, verändert auch nichts am Klima. Hanf, Leinen und Algen machen den ersten richtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Keine Massenproduktion, da dies nachhaltiger ist.

Viele nachhaltige Marken betreiben keine Massenproduktion, da es viel schwieriger ist, die Produktionskette transparent zu halten. Darüber hinaus bedeutet Massenproduktion, dass viel weggeworfen werden muss und mit den höheren Produktionskosten können sich das nachhaltige Marken nicht leisten.

Daher verfügen viele faire Marken kaum über ein Marketingbudget, da alles auf Produktionskosten und Personal entfällt.

Man kann sich als Marke dafür entscheiden, die Produkte nicht in einem Geschäft zu platzieren, sodass sie sich nicht an Margen halten müssen. Nachhaltige Mode ist nicht unbedingt teuer, wir sind nur an Kleidung gewöhnt, die viel zu billig ist.

Und solange wir diese Kleidung immer als «normal» bezeichnen, ändern wir niemals die Norm.