Was empfiehlt das BfR, um Tätowiermittel sicherer zu machen?

Tätowiermittel sollten bei Verwendung am Menschen sicher sein. Dies bedeutet, dass so-wohl hygienisch-mikrobiologischen Risiken, als auch möglichen toxikologischen Wirkungen bei Herstellung und Verwendung Rechnung getragen werden sollte. In Bezug auf mögliche Infektionsrisiken geschieht dies idealerweise durch die Einhaltung von Mindeststandards für Hygiene und Sterilität.

Insbesondere sollten nur Tätowiermittel verwendet werden, die vom Hersteller als steril gekennzeichnet sind und zum Verdünnen der Farben sollte nur steriles Wasser benutzt werden. Bezüglich möglicher toxikologischer Risiken sollten Tätowiermittel den Vorschriften der REACH-Beschränkung entsprechen. Weiterhin hat das BfR kürzlich Mindestanforderungen und Prüfmethoden im Rahmen einer Stellungnahme formuliert (siehe hierzu auch die folgende Frage). Die hier enthaltenen Empfehlungen sollen unter anderem dazu beitragen, Tätowierpigmente zu identifizieren, die für Tattoos nicht geeignet sind.


Dies würde es den Herstellern erlauben, mögliche toxikologische Risiken von Farben und weiteren Inhaltsstoffen in Tätowiermitteln zu minimieren. Das BfR spricht aufgrund fehlender Daten noch keine Verwendungsempfehlungen aus.

Gibt es Kriterien für die Sicherheitsbewertung von Tätowiermitteln?

Bislang gibt es keine verbindlichen Kriterien für die Sicherheitsbewertung von Tätowiermit-teln. Auch fehlen geeignete Prüfmethoden und Daten für eine gesundheitliche Risikobewer-tung. Daher hat das BfR Mindestanforderungen für Tätowiermittel und Prüfmethoden für Her-steller und Inverkehrbringer erarbeitet, die primär für die Sicherheit ihrer Produkte verant-wortlich sind. Für die analytischen und toxikologischen Mindestanforderungen liegen bereits Testmethoden vor, so dass sie sofort angewendet werden können.

Zu den notwendigen Spezifikationen für die Inhaltsstoffe von Tätowiermitteln zählen unter anderem präzise Anga-ben zu den chemischen und physikalischen Eigenschaften sowie die Identifizierung von Ver-unreinigungen (Kontaminanten). Hinsichtlich der toxikologischen Mindestanforderungen wer-den für Tätowierpigmente In-vitro-Prüfungen für die folgenden Endpunkte vorgeschlagen: Augenreizung/Augenätzung, Hautreizung/Hautätzung, Phototoxizität, Hautsensibilisierung, Genotoxizität und Photogenotoxizität.

Darüber hinaus zeigt das BfR Anforderungen auf, für die zunächst weitere Forschung notwendig ist oder Methoden entwickelt werden müssen.
Die Mindestanforderungen sollen zum einen dazu beitragen, Tätowierpigmente zu identifizie-ren, die für Tattoos nicht geeignet sind. Zum anderen werden durch die Verwendung von Pigmenten, die die toxikologischen Mindestanforderungen erfüllen, mögliche Gesundheitsri-siken entsprechend des aktuellen Stands von Wissenschaft und Technik gesenkt. Weitere Informationen finden sich in der BfR-Stellungnahme Nr. 031/2020 unter folgendem Link:

https://www.bfr.bund.de/cm/343/taetowiermittel-mindestanforderungen-und-pruefmetho-den.pdf