10 Faustregeln

Jetzt wollen wir einige wichtige Grundbegriffe und Faustregeln verstehen und akzeptieren.

  1. Vorweg: Die Wurzelsysteme krautiger Pflanzen benötigen fast 100 % Feuchtigkeit, im Idealfall immer, andernfalls sterben die Wurzelspitzen ab. Die Wurzelspitze ist das sehr kleine Ende der Wurzel, die in 3 Abschnitte eingeteilt wird. Die Länge ist variabel, abhängig von vielen Bedingungen, wie Pflanzensorte, Temperatur, Wasserversorgung und vielen anderen. Diese Spitze nimmt die meisten Mineralien und das meiste Wasser auf. Wurzelhaare erleichtern die Aufnahme. Sie sind im dritten und letzten Abschnitt. Hinter dem dritten Abschnitt beginnt die Wurzel zu verholzen. Dadurch wird sie für Wasser und Nährstoffe undurchlässiger. Schneide die Spitze ab und die Wurzel muss sie regenerieren, bevor weiteres Wachstum erfolgt.
  2. Wurzeln wachsen als Reaktion auf den Verbrauch von Ressourcen, also Bereiche, wo die Wurzel alle Mineralien aufgenommen hat. Wird das Material nicht ersetzt, wächst die Wurzel, um mehr zu finden. Wurzeln müssen wachsen. Wenn Nährstoffe und Wasser reichlich vorhanden sind, entwickelt sich das Wurzelsystem nicht in Einklang mit Blättern und Stielen. Mangel an Kohlehydraten schwächt die Pflanze. Gib den Pflanzen Zeit zum Trocknen und so die vorhandenen Mineralien zu verbrauchen. Umgekehrt, halte sie zu trocken und ein Zustand, bekannt als chronischer Wasser- oder Nährstoffmangel, kann entstehen.
  3. Überwässerung tritt ein, wenn die Wurzeln unter Wasser stehen und keinen Sauerstoff erhalten. Das hängt mehr von der Dauer und der Drainage und weniger von der Wassermenge ab. Abgesehen von der Unterwasser-Kultivierung (nett anzusehen, aber völlig nutzlos für weniger erfahrene Grower), lasse die Wurzeln nie für mehr als 20 Minuten unter Wasser, selbst dann werden einige absterben. Beachte: Wurzeln benötigen Sauerstoff, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Der kommt durch Diffusion an der Wurzeloberfläche. Ein gut entwässertes Medium kann länger geflutet werden, weil das überschüssige Wasser schnell abfließt, wenn die Wasserzufuhr aufhört. Schlecht entwässerte Medien dürfen nur kürzere Zeit gewässert werden, und die Wasserzufuhr muss langsamer erfolgen, denn es dauert länger, bis das überschüssige Wasser von den Wurzeln abfließt. Sehr schlecht entwässerte Medien sind nicht zu verwenden, denn die Wasserzufuhr muss so langsam erfolgen, dass sie nie voll durchfeuchtet werden.
  4. Die generelle Faustregel zur Bestimmung der Gesundheit der Wurzeln und der Bewässerungserfordernisse eines Systems: 1 m² Beet, mit Blättern bedeckt, braucht 4 – 6 Liter Wasser pro Tag. Bei jungen Pflanzen oder, wo die Fläche nicht voll mit Blättern bedeckt ist, beträgt der durchschnittliche Bedarf etwa 3 Liter pro Tag. Das entweder es, ob 2 oder 20 Pflanzen auf dem Quadratmeter gibt. Baue das System so, dass diese Menge so lange du willst geliefert werden kann. Benutze diese Zahl, um zu bestimmen, wie gut die Pflanzen arbeiten. Wird weniger verbraucht, stimmt etwas nicht an den Wurzeln, könnte die Feuchtigkeit zu hoch sein, es könnte zu kalt sein, und so weiter.
  5. Wenn du den Wasserkreislauf für eine Ernte von mehr als einer Pflanze einrichtest, basiere die Zeiten auf dem Durchschnitt aller Pflanzen. Beispiel: Wir wollen die meisten Medien bewässern (ausgenommen Aeroponik), wenn etwa 50 % des Wassers verbraucht ist. Stelle ein automatisches System so ein, dass es sich einschaltet, wenn 50 % der Pflanzen bereit sind. Lasse alles gleich bleiben: Das Medium, das Alter und die Größe der Pflanzen, die Beleuchtung, die Luftbewegung und so weiter. Besonders wichtig: Sorge dafür, dass sich die Pflanzen gleichmäßig entwickeln.
  6. Bei einem organischen oder inerten Medium:  Bewässere, wenn 50 % des Wassers, das du zuletzt hinzugefügt hast, verschwunden ist. Manchmal kann der Grower den Behälter völlig trocken wiegen, dann Wasser hinzufügen, bis es abläuft und wieder wiegen. Die Differenz ist, wie viel der Behälter aufnehmen kann. Bewässere, wenn die Waage anzeigt, dass die Hälfte verbraucht ist. Nach dem Bepflanzen gilt das auch während der frühen Phasen. Dann sollte der Grower in der Lage sein die benötigte Menge abzuschätzen, so lange festzustellen ist, dass die Pflanzen Gewicht zunehmen. 
  7. Bei aeroponischen Systemen musst du gut schätzen können, ob die Wurzeloberflächen gerade die freie Feuchtigkeit verloren haben, ohne dass die Luftfeuchtigkeit weit unter 100 % sinkt. Das erfordert laufende Überwachung, besonders, wo die Wurzeln der Außenluft ausgesetzt sind.
  8. Wurzeln lieben Dunkelheit und versuchen, weg vom Licht zu wachsen. Schütze sie sie so weit wie möglich vor Licht bei Systemen, die dünne Wände aus PVC haben oder Luftkammern sind.
  9. Beachte: Du kannst nicht zu viel Wasser in einen Behälter einfüllen, der Löcher hat. Beispiel: In einen 20-Liter-Behälter kannst du 12 Liter in 5 Minuten einfüllen, oder auch 80 Liter, aber 10 Minuten nach Ende des Zuflusses bleibt immer die gleiche Menge übrig, und das ist der einzig wichtige Punkt.
  10. Die Zyklen müssen während des dunklen Teils des Beleuchtungszyklus angepasst werden, weil die Pflanzen dann viel weniger Wasser verbrauchen. Der dunkle Zyklus ist kritisch für die Entwicklung der Pflanzen. Das gilt für bewölkte Tage oder Zeiten mit hoher Luftfeuchte. Medien, die Wasser halten (Torf, Steinwolle, etc.), müssen selten oder nie nachts bewässert wurden, sofern der Grower den Bewässerungszyklus so einrichtet, dass Wasser in der letzten halben Stunde der Helligkeit oder in der ersten halben Stunde zugeführt wird. Aeroponik oder Hydrokörner benötigen gelegentliche Wasserzufuhr mehrmals in der Nacht.

Zusammenfassung

Bewässerung von Hand ist das Einfachste und Billigste. Dazu gehört alles vom Halten des Schlauchs in deiner Hand bis zur manuellen Einstellung eines Ventils, das Wasser in ein System von Tropfern, Sprühgeräten, Sprengern oder Düsen einleitet. Das bietet dem Grower den besten Überblick, sofern er aufmerksam ist und die richtige Wassermenge in jeden Behälter hinein bekommt. Wenn du einen 25-Liter-Behälter mit Mutterboden verwendest, ist die Zufuhr von 4 Litern Wasser nicht ausreichend. Fülle immer so viel Wasser ein, bis mindestens 20 % wieder abläuft; das gewährleistet totale Saturierung und das Auswaschen angesammelter Salze. Du musst ein System verwenden, das eine vorgegebene Wassermenge zuführt, wenn du das Wasser genau dosieren willst.

Das wird durch Automatisierung des Systems erreicht. Entwirf das System aufgrund des Wasserbedarfs. Beginne mit der Festlegung, wie viel Wasser in den Behälter in der vorgegebenen Zeit fließen soll, um zu gewährleisten, dass die Wurzeln nicht länger als die empfohlene Zeit unter Wasser stehen. Weil Tropfer Tiefenprofile haben, nimm einen typischen Tropfer zur Hand, um dem Bedarf zu entsprechen. Dann zählst du die Tropfer, die für das gewünschte System benötigt werden und baue die Rohrleitungen und die Pumpe auf, um die benötigte Wassermenge bei dem Druck zuzuführen, den der Tropfer haben muss, um richtig zu arbeiten. Dann wähle einen Tank in einer Größe, die gewährleistet, dass die Wassermenge vor dem Austausch des Tanks bei jeder Bewässerung zur Verfügung steht. Beachte: Die Menge muss bei allen Tropfern gleich sein. Stelle darum sicher, dass im gesamten System der benötigte Druck und die zugeführte Wassermenge an jedem Tropfer innerhalb einer Fehlertoleranz verfügbar ist. Beachte auch: Wenn der Druck steigt, sinkt die ausfließende Wassermenge. Wenn du 2000 Liter in der Minute bei 3 Bar ausfließen lassen willst, brauchst du eine Pumpe, die das leistet.

Bei extremen Systemen wie Hydrokulturen muss der Wasseraustausch im Wurzelbereich das Wasser sauber halten, und die Sättigung mit Luft muss mit Hilfe von Aerationstechnologien aufrecht erhalten werden, z. B. mit Luftpumpen. Aeroponische Systeme müssen die gleichen Anforderungen erfüllen, haben aber immer nur sehr kurze Abschaltzeiten und müssen bei Dunkelheit arbeiten. Das gilt auch für Systeme, die gebackene Hydrokörner verwenden, aber die Abschaltzeiten sind länger, weil diese Aggregate eine hohe Luftfeuchtigkeit bewahren.

Das ist es, alle Systeme am Markt fallen heute in 2 Kategorien, manuelle und automatische. Die Uhr ist wichtig und die mit der Bewässerung verbundene Arbeit. Alles andere ist Klempnerei. Mit einfachsten Worten: Das Ziel ist, zur richtigen Zeit und gezielt Wasser an den Wurzelbereich zu liefern, der Rest ist Bequemlichkeit oder Genauigkeit. Also, es gibt 2 Kategorien und viele Systeme. Die Einfachsten sind die Besten.

Von Hand begießen ist das Beste, besonders, um Salze auszuwaschen. Das kann auch mit Sprengern erreicht werden, wenn alle Behälter bewässert werden können. Der Autor bevorzugt Fluten und Ablaufen lassen nicht, um wässrige Lösungen aufzutragen, das geht nämlich nur bis zu einem gewissen Grad. Es sollten aber immer auch von Zeit zu Zeit die Salze ausgewaschen werden, die nicht durch Abfließen erfasst werden, weil sie aufwärts wandern. Geräte, die Tropfen abgeben, sind großartig für Medien, die nicht zu windig sind. Sie benötigen aber eine Seitwärtsbewegung, um den Wurzelbereich zu saturieren und tun wenig, um das Medium durchzuspülen. Sprinkler sind großartig, aber nur, wenn es die Pflanzen (und das Gebäude) vertragen. Es gibt strenge Beschränkungen, wie sie einzusetzen sind, weil Krankheiten und ausgelassene Behälter oft die Folge sein können. Es wird auch viel Wasser durch Verdunstung und Ablaufen verschwendet. Sprühgeräte bieten für die meisten Medien die größten Anpassungsmöglichkeiten. Nur fehlt Luft, wo eine Nebeldüse gebraucht wird Sie können eingesetzt werden, um Wasser über ein Medium zu verteilen was, gleichmäßige Bewässerung und gutes Auswaschen gewährleistet.

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