Wer entscheidet wann ich Drogenabhängig bin ?

Ich kiffe gerne, doch ein anderer nimmt vielleicht lieber Koks. Jeder ist unterschiedlich und das Recht die Freiheit zu genießen und Drogen zu Konsumieren hat nicht jeder und wenn wir es haben darf es uns keiner nehmen oder gar bestimmen.

Doch nicht nur Politiker bestimmen über den Kreis Drogen und Konsum und errichten damit sehr harte vorurteile gegen über Konsumenten.

Wer entscheidet, ab wann man abhängig ist ?

Bei Abhängigkeit und Sucht handelt es sich um ein zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesensein auf eine bestimmte Substanz, wobei zwischen psychischer und körperlicher Abhängigkeit unterschieden wird.

  • psychische Abhängigkeit
    übermächtige und unwiderstehliches Verlangen, eine bestimmte Substanz wieder einzunehmen
  • körperliche Abhängigkeit
    ist gekennzeichnet durch Dosissteigerung und das Auftreten von Entzugserscheinungen

Suchtauslösend sind zahlreiche unterschiedliche „Drogen“, an erster Stelle rangiert in unseren Breiten die Alkoholabhängigkeit.

Es folgen Psychopharmaka wie Barbiturate, Opiate (Heroin, Methadon, Opium), Kokain, Cannabis/Marihuana, Halluzinogene (z.B. LSD), Amphetamine (z.B. Speed), organische Lösungsmittel (Schnüffelsucht) und moderne Designerdrogen (z.B. Ecstasy).

Den angenehmen Wirkungen wie Euphorie, Glücksgefühl, Abbau von Hemmungen, Leistungssteigerung und Halluzinationen folgen Nebenwirkungen wie vegetative Symptome, z.B. Schlafstörungen, Organschädigungen und Infektionen (z.B. HIV und Hepatitis), Vergiftungserscheinungen und soziales Abgleiten.

Heute ist Abhängigkeit eines der größten gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Probleme unserer Zeit.

Einerseits entstehen durch verringerte Arbeitsleistung, Unfälle, etc. hohe direkte und indirekte Kosten, andererseits hat Abhängigkeit auch im sozialen Umfeld schwerwiegende Folgen.

So wird etwa die Hälfte aller Straftaten unter Alkoholeinfluss verübt; auch die Familien der Betroffenen leiden unter den Folgen der Abhängigkeit.

Je nach Art der Substanz unterscheidet man zwischen Alkohol-, Medikamenten-, und Drogenabhängigkeit.

Grundlagen & Ursachen

Abhängiges Verhalten ist durch einen Teufelskreis gekennzeichnet: Durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten wird eine unbefriedigende und als unerträglich erlebte Situation scheinbar verbessert. Lässt die Wirkung der Substanz aber nach, kommt es im wahrsten Sinne des Wortes zu einer „Ernüchterung“, denn die Person muss feststellen, dass sich ihre Situation nicht wirklich verändert hat. Oft erscheint sie sogar noch unerträglicher, so dass die Person jetzt erst recht die Substanz „braucht“, um der Situation zu entfliehen.

Für die Entstehung und Entwicklung einer Abhängigkeit wird das Zusammenwirken verschiedener Faktoren angenommen.

  • Die Droge
    Ob sich eine Abhängigkeit entwickelt hängt u. a. von bestimmten Merkmalen der Substanz ab. Zum einen ist entscheidend, wie leicht verfügbar eine bestimmte Substanz ist. Die Tatsache, dass die Alkoholabhängigen den größten Teil der Abhängigen ausmachen, dürfte zumindest teilweise darauf zurückzuführen sein, dass Alkohol sehr leicht zu beschaffen ist. Wie aber die Diskussion um die Legalisierung der sogenannten „weichen“ Drogen zeigt, scheint andererseits gerade der „Reiz des Verbotenen“ besonders groß zu sein, wenn eine Substanz nur schwer verfügbar ist. Darüber hinaus spielt die Wirkung der jeweiligen Substanz eine wichtige Rolle. So führt z.B. Alkoholkonsum zur Enthemmung und löst Ängste. Bei Medikamentenabhängigkeit steht zumindest am Anfang die schmerzlindernde oder beruhigende Wirkung im Vordergrund. Ein weiteres einflussreiches Merkmal der Substanz ist ihr Abhängigkeitspotential, das heißt wie leicht sie zu psychischer oder körperlicher Abhängigkeit führt. Das Abhängigkeitspotential darf aber nicht als eine feste Größe betrachtet werden. Zwar führen einige Substanzen schneller zu Abhängigkeit als andere, andere Faktoren, wie z.B. die Persönlichkeit des Konsumenten spielen aber eine entscheidende Rolle. Auch ist die Toleranz für die jeweilige Substanz individuell unterschiedlich.
  • Das Individum
    Auf Seiten des Individuum stehen folgende Faktoren im Zusammenhang mit Abhängigkeit:
    Selbstunsicherheit und Komplexe, Spaß an Verbotenem und Risiko, Langeweile, Beeinflussbarkeit, Problemverdrängung, Leistungssteigerung, Kontaktstörungen und Geltungsdrang. Diese Faktoren führen in Kombination mit der Drogenwirkung dazu, dass Abhängigkeit geradezu erlernt wird. Am Beispiel des Alkoholkonsums heißt das z.B.: Eine eher unsichere und ängstliche Person macht die Erfahrung, dass sie unter Alkoholeinfluss wesentlich gelöster ist und leichter in Kontakt mit anderen kommt. Sie lernt so, dass Alkohol eine (scheinbare) Hilfe und Lösung bei Problemen ist. Auch konnte gezeigt werden, dass Personen, die nur schwer mit Frustrationen umgehen können und keine angemessenen Strategien entwickelt haben, mit Konflikten umzugehen, ein erhöhtes Abhängigkeitsrisiko haben. Auch genetische Faktoren scheinen beteiligt zu sein, so ist z.B. häufig der eineiige Zwilling eines Abhängigen auch abhängig. In Bezug auf Drogenabhängigkeit gibt es die Vermutung, dass es im Gehirn eine Art „Belohnungssystem“ gibt; die mit der ersten Drogeneinnahme verbundenen Erinnerungen scheinen dabei ein Auslöser für die nächste Drogeneinnahme zu sein.
  • Situation und soziales Umfeld
    Die Umwelt übt auf verschiedenen Ebenen Einfluss auf die Entstehung von Abhängigkeit aus. So ist beispielsweise in unserer Gesellschaft Alkoholkonsum nicht nur toleriert, sondern gehört fast schon zum Alltag. In bestimmten Gruppen (z.B. Vereinen) gibt es feste Trinkrituale, Abstinenz wird verlacht, Trinkfestigkeit gelobt. In anderen Kreisen gilt z.B. Kokain als chic. Auch ideologische Faktoren spielen eine Rolle.

Auf familiärer Ebene lernen Kinder oft von ihren Eltern den unangepassten Konsum von Alkohol. Sie erleben, dass Alkohol zur Freizeit gehört und auch zur Problemlösung eingesetzt wird und übernehmen später häufig dieses Verhalten. Oft sind es Kinder aus Familien mit gestörten Beziehungen, die abhängig werden. Auch der Einfluss von Gleichaltrigen ist groß.

Medikamentenmissbrauch beruht häufig auf körperlichen Beschwerden und psychosomatischen Störungen (z.B. Angst, Unruhe, Depression). Diese Beschwerden entstehen oft durch Arbeits- und Lebensbedingungen wie Zeitdruck, emotionale Belastung und Isolation, die zu Konflikten und Spannungen führen. Gegen die Symptome werden dann selbstgewählte oder vom Arzt verordnete Medikamente eingenommen, die aber gegen die eigentlichen Ursachen der Beschwerden nicht helfen.

Es ist also eine Kombination verschiedener Risikofaktoren, die die Entstehung einer Abhängigkeit wahrscheinlich machen. Dies wird auch deutlich, wenn man betrachtet, warum bestimmte Berufe, wie z. B. Piloten, als Risikoberufe für Abhängigkeit gelten. Zum einen ist in diesem Bereich die Verfügbarkeit von Alkohol, z.B. im Duty-Free, sehr groß. Außerdem ist der Beruf mit großer Verantwortung und Anspannung verbunden. Darüber hinaus ist die familiäre Situation durch die häufigen Trennungen problematisch. Beim Aufenthalt in einer fremden Stadt beschränken sich die Sozialkontakte meist auf Treffen mit Kollegen in Hotelbars und Kneipen.

Symptomatik

Abhängigkeit äußert sich durch vielfältige körperliche und psychische Störungen. Auf der psychischen Seite sind häufig Interessenverlust, Stimmungsschwankungen, Gleichgültigkeit, ängstliche Unruhe, Spannung usw. zu beobachten. Körperliche Symptome sind u. a. Schwitzen, Übelkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, neurologische Ausfälle. Typische Erscheinungsbilder sind Vergiftungserscheinungen bis hin zum Koma und das Entzugssyndrom, häufig mit Krampfanfällen. Es gibt charakteristische Verhaltensweisen wie Beschönigung, Verleugnung und Verheimlichungstendenzen. Abhängigkeit hat auch häufig soziale Auswirkungen wie Kriminalität oder beruflichen Abstieg. Die Selbstmordgefahr ist bei Abhängigen hoch.