Wie christlich war die Seefahrt ?


Störtebeker dürfte ein getaufter Christ gewesen sein, ebenso wie die anderen Likedeeler, denn in der mittelalterlichen Gesellschaft Europas war das gar nicht anders möglich. Christoph Kolumbus benannte das Flaggschiff seiner ersten Expedition 1492 nach der heiligen Gottesmutter, und auch für die anderen europäischen Seefahrer der Frühen Neuzeit war das Christentum eine Selbstverständlichkeit.

Wer aufs Meer segelte, setzte sich Gefahren aus, die unkalkulierbar waren. Wenn sich Seeleute in den Häfen von ihren Angehörigen verabschiedeten, mussten sie damit rechnen, dass es ein Abschied für immer sein konnte. Man betete für eine glückliche Heimkehr, und den Männern war bewusst, dass sie sich in Gottes Hand begaben. Die christliche Seefahrt ist sprichwörtlich, aber handelt es sich dabei um mehr als nur eine Redewendung?

Wer sich mit maritimer Kulturgeschichte beschäftigt, stößt allenthalben auf christliche Motive. Aber natürlich ist die Seefahrt viel älter als das Christentum.

Schon vor 5000 Jahren haben die Polynesier mit ihren hochseetüchtigen Segelkanus die Inseln des Pazifiks besiedelt, und Homer schickte Odysseus schon im achten vorchristlichen Jahrhundert auf seine maritimen Irrfahrten.

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