Wie kam es zum Cannabis Verbot ?

Marihuana-Verbot in Deutschland: „willkürlich“? Jetzt bringt vor allem der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) neuen Schwung in die Diskussion – und fordert die Legalisierung von Marihuana. BDK-Chef Andre Schultz sagte: „Das Verbot von Cannabis war historisch willkürlich und bis heute weder sinnvoll noch zweckmäßig.“ Etwas Starkes.

Aber schauen wir uns die Geschichte an: Wann ist der Konsum von Marihuana in Deutschland verboten?

„Das Marihuana-Verbot ist keine deutsche Erfindung. Deutsches Recht folgt nur internationalen Entscheidungen. „Es gibt keine wirkliche Rolle in der Gesundheit oder medizinischen Behandlung.“ Lassen Sie uns also einen kleinen Rundgang durch die Geschichte des Marihuana-Verbots machen, um den wahren Grund zu verstehen.

Cannabisverbots in Deutschland

Die Geschichte des Cannabisverbots in Deutschland begann 1872 bis 1872 war der Cannabiskonsum in Deutschland völlig unreguliert. Mit anderen Worten, das Rauchen von Marihuana ist völlig legal. Erst mit der vom ersten deutschen Kaiser Wilhelm I. selbst erlassenen „Arzneimittelhandelsverordnung“ wurde die erste deutsche Cannabisverordnung eingeführt. Nach den Vorschriften dürfen „Arzneimittel und chemische Präparate“ nur noch in Apotheken verkauft werden. Nein, wir haben kein Marihuana geraucht. Ja, so wurde es damals geschrieben. „Herba Cannabis Indicae“ ist eine Unterart der Cannabispflanze und fällt ebenfalls unter diese Regel. Im 19. Jahrhundert verwendeten Ärzte diese Pflanze zunehmend als Schmerzmittel.

In den nächsten Jahren wird der Begriff „Indischer Hanf“ immer wieder in Gesetzen und Verordnungen auftauchen. Um es klar zu sagen: Vor 146 Jahren haben die Deutschen zum ersten Mal erkannt, dass Cannabis gefährlich sein kann. Über Gesetz oder Strafe sprach jedoch (noch) niemand.

Internationale Opiumkonferenz

Die Internationale Opiumkonferenz hofft, den Cannabishandel 1912 einzudämmen Am 1. Februar 1909 wurde in Shanghai die Internationale Opiumkommission gegründet. Neben den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich nehmen auch Deutschland und 11 weitere Länder an Vertretern des Ausschusses teil. Die Droge Marihuana spielte im Gremium anfangs keine Rolle. Erstens sollte narkotisches Opium verboten werden. Erst zwei Jahre später begann die Debatte um das Cannabisverbot im niederländischen Den Haag.

Erste „Internationalen Opiumkonferenz“

Beim ersten „World Opium Congress“ von 1911 bis 1912 beteiligten sich erstmals 13 Länder an der Diskussion nicht nur über Opium, sondern auch über Cannabis. Ausschlaggebend hierfürwarder Vorschlag der italienischen Regierung, Cannabis auf Augenhöhe mit den Drogen Morphin, Opium und Kokain zu regulieren. Anbau, Besitz und Verkauf dieser Stoffe müssen kriminalisiert werden. Bevor die Teilnehmer des Treffensabstimmten, zog die italienische Regierung ihre Zustimmung zurück. Allerdings war Cannabis, damals als „Indischer Hanf“ bekannt, Teil der Abschlusserklärung der Konferenz. Am 23. Januar 1912 wurde beschlossen,“die Ausgabe von Hanf durch nationales Recht oder internationale Abkommen einzuschränken“. Zunächst einmal ist es immer noch eine Absichtserklärung, kein Gesetz. In Deutschland wurden noch keine regulatorischen Anstrengungen unternommen. Zu dieser Zeit war das Rauchen von Marihuana der königlichen Familie unbekannt.

Ein Ägypter sorgt 1925 für ein weltweites Verbot von Cannabis

Die Initiative für ein Verbot geht weiter auf internationaler Ebene, knapp zwölf Jahre später auf der nächsten Internationalen Opiumkonferenz. Es ist ein Ägypter, der die gesetzliche Regelung von Cannabis grundlegend reformiert. Auf der Konferenz von 1924 bis 1925 im schweizerischen Genf drängt der ägyptische Delegationsleiter El Guindy auf ein Verbot von Cannabis. Denn in Ägypten und weiteren afrikanischen und arabischen Ländern ist der Konsum von Cannabis weit verbreitet.

Auch aus Tradition:

In einem extra eingerichteten Ausschuss wird im Dezember 1924 über das beantragte Cannabis Verbot abgestimmt. Die beteiligten Länder Ägypten, Frankreich, Griechenland, Japan, Türkei und die USA stimmen für ein Verbot. Lediglich Großbritannien, die Niederlande und Indien stimmen dagegen. Deutschland ist nicht im „Cannabisunterausschuss“ vertreten. Da der Cannabis-Konsum in Europa zu dieser Zeit keine große Rolle spielt, werden gesundheitliche Gefahren kaum diskutiert. Die Abstimmung ist der erste große Schritt auf dem Weg zu einem weltweiten Cannabis Verbot. Unter der Bezeichnung „Indischer Hanf“ wird die „getrocknete Spitze der blühenden oder fruchttragenden weiblichen Stauden der Cannabis“ am 19. Februar 1925 in das „Internationale Abkommen über die Betäubungsmittel“ aufgenommen.

Seit 1929 ist Cannabis nach deutschem Recht verboten.

Das Abkommen verpflichtet Deutschland, „wirksame Gesetze oder Vorschriften zu erlassen, um die Herstellung, den Import, den Verkauf, den Vertrieb, den Export und die Verwendung dieser Stoffe […] ausschließlich auf medizinische und wissenschaftliche Zwecke zu beschränken“. Diese Anforderungen werden in Deutschland weitere vier Jahre in Anspruch nehmen. Am 10. Dezember 1929 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Betäubungsmittelgesetz (Opiumgesetz), den Vorläufer des Betäubungsmittelgesetzes.

In diesem Gesetz wurde indischer Hanf erstmals in der deutschen Geschichte als Straftat eingestuft. Dieser Tag kann als Beginn der Illegalisierung von Cannabis in Deutschland angesehen werden. Die heutigen Regelungen basieren im Wesentlichen auf diesem Gesetz. Also nach den Regeln wird das nächste Jahr 80 Jahre alt – also nur ein Jahr jünger als meine Oma.

1971 machte Deutschland das Opiumgesetz zum Betäubungsmittelgesetz.

Nur 42 Jahre später nahm Deutschland seine erste gesetzliche Änderung zum Cannabisverbot vor. Am 22. Dezember 1971 wurde das „Opiumgesetz“ in das heutige „Anti-Drogen-Gesetz“, kurz BtMG, umbenannt. Cannabis ist nun auch im Gesetz enthalten und komplett verboten.

Das heißt: 100 Jahre nach Einführung der ersten Cannabisverordnung trat im Januar 1972 das Betäubungsmittelgesetz in Kraft. Seitdem hat sich das Gesetz geringfügig geändert. Der Kernteil ist seit 46 Jahren gleich geblieben – Anbau, Handel, Kauf und Besitz von Cannabis werden in Deutschland bestraft.

Verschreibungspflichtiges Cannabis

Seit 2017 ist der Konsum von Cannabis in Deutschland nicht mehr verboten Der Bundestag wird Anfang 2017 große Veränderungen vornehmen. Ab dem 10. März 2017 ist schwerkrankes Cannabis verschreibungspflichtig. Genau wie im Jahr 1872 ist es nun möglich, Cannabis nach ärztlicher Verordnung ohne Strafen in einer Apotheke zu kaufen.