Wie „Magic Mushrooms“ im depressiven Gehirn wirken

Studien deuten darauf hin, dass die psychedelische Substanz Psilocybin aus «Magic Mushrooms» in der Therapie gegen Depressionen hilfreich sein könnte. Wer unter Depressionen leidet, weist neben Freudlosigkeit und fehlendem Antrieb oft eine sogenannte «negative kognitive Verzerrung» auf, die sich durch Pessimismus, geringe geistige Flexibilität, starre Denkmuster und negative Fixierungen auf das «Selbst» und die Zukunft kennzeichnet. Viele Antidepressiva basieren darauf, die Wiederaufnahme des Neurotransmitters Serotonin zu hemmen und so dafür zu sorgen, dass dieses «Glückshormon» länger im Gehirn der Patienten verfügbar bleibt. Manche Patienten sprechen aber kaum auf diese selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer an.

Psychedelischer Trip erhöht geistige Flexibilität

Die Ergebnisse der beiden Studien unterstützen die These, dass Psilocybin bei kontrollierter, begleiteter Einnahme gegen Depressionen helfen kann. Um das herauszufinden, haben Daws und seine Kollegen einen genauen Blick auf die Hirnscans geworfen, die im Rahmen der beiden Studien aufgenommen wurden. «In beiden Studien korrelierte die antidepressive Reaktion auf Psilocybin mit einer stärkeren Vernetzung zwischen verschiedenen Hirnregionen», berichten die Autoren.

Warnung vor Selbstmedikation

«Offenbar wirkt Psilocybin anders als herkömmliche Antidepressiva», sagt Daws Kollege David Nutt. «Die Ergebnisse sind zwar ermutigend, aber die Studien fanden unter kontrollierten klinischen Bedingungen statt, mit einer festgelegten Dosis und einer umfassenden psychologischen Betreuung», erklären sie. «Patienten mit Depressionen sollten nicht versuchen, sich selbst mit Psilocybin zu behandeln, da die Einnahme von Magic Mushrooms oder Psilocybin ohne diese sorgfältigen Sicherheitsvorkehrungen vielleicht weniger positive Auswirkungen hat.» Zudem sind weitere Studien an größeren Gruppen von Patienten erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Psilocybin ausreichend zu klären.

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