Wildtiere weisen mehr Viren auf

Gejagte Tiere weisen mehr Viren auf

Viele Viren, die Krankheiten beim Menschen verursachen, stammen aus dem Tierreich – etwa Tollwut, HIV, Ebola und das neue Coronavirus Sars-CoV-2. Das Übertragungsrisiko hängt auch damit zusammen, wie eng der Mensch mit Tieren in Kontakt kommt, und dazu tragen Lebensraumzerstörung, Jagd und Handel bei. “Das Überspringen von Viren von Tieren ist eine direkte Folge unserer Maßnahmen, die wildlebende Tiere und ihren Lebensraum betreffen”, wird Johnson in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert.

Sie und ihre Kollegen untersuchten anhand der Fachliteratur 142 bekannte Viren, mit denen sich der Mensch bei Säugetieren infizieren kann. Das glichen sie mit verschiedenen Kriterien der diversen Tiere ab, unter anderem ob und wie stark die entsprechenden Arten bedroht sind und was der Grund dafür ist. Diese Informationen entnahmen sie der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN).

Die statistische Auswertung ergab, dass bedrohte Säugetierarten, die vom Menschen gejagt und gehandelt werden, im Mittel mehr als doppelt so viele dieser bekannten Viren aufweisen wie bedrohte Arten, die aus anderen Gründen aufgeführt sind. Ähnlich sah es bei jenen bedrohten Arten aus, deren Lebensräume der Mensch verkleinert oder verändert hat.