Wo sieht das BfR noch Forschungsbedarf?

Forschungsbedarf besteht aus Sicht des BfR vor allem hinsichtlich der Verteilung, Verstoffwechselung und Ablagerung bzw. Ausscheidung der Farbpigmente sowie der weiteren Inhaltsstoffe von Tätowiermitteln im Körper. Es ist anzunehmen, dass die löslichen Bestandteile der Trägerflüssigkeit systemisch verfügbar sind und verstoffwechselt werden. Die Pigmente sind dagegen meist unlöslich. Sie lagern sich zunächst in der Haut ab. Eine Studie, an der das BfR beteiligt war, zeigt, dass sich Farbpigmente nach Tätowierung nicht nur in der Haut, sondern sogar in Nanopartikelgröße dauerhaft in Lymphknoten ablagern können.

Nanospezifische Substanzen und chemische Kombinationen weisen häufig neue physikalisch-chemische Eigenschaften auf. Daher ist weitere Forschung erforderlich.
Die Studie wurde am 12. September 2017 in dem wissenschaftlichen Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht (https://www.nature.com/articles/s41598-017-11721-z). Die Fragen und Antworten zu dieser Studie zum Nachweis von Tattoo-Farbpigmenten als Nanopartikel in Lymphknoten enthalten weitere Informationen zu den Forschungsergebnissen:

http://www.bfr.bund.de /de/fragen_und_antworten_zur_vom_bfr_geleiteten_kooperationsstudie_zum_nachweis_von_tattoo_farbpigmenten_als_nanopartikel_in_lymphknoten-202224.html

Die Nutzung von Humandaten und gezielte epidemiologische Studien sind unerlässlich, um mögliche Effekte einer lebenslangen Exposition des Menschen gegenüber Farbpigmenten abzubilden und so die Studienlage zum Verbleib und der Wirkung von Farbpigmenten im menschlichen Körper zu verbessern. Das BfR arbeitet bereits an der Gewinnung von Humandaten. In Kooperation mit dem Klinischen Studienzentrum für Haut- und Haarforschungen an der Charité Berlin werden zum Beispiel Blut- und Urinproben von Personen kurz nach dem Tätowiervorgang analysiert.