Zero Waste – Aus Müll Kunst für eine verbesserten umgang mit Lebensmitteln und Verpackung

Müll ist überall: als gigantischer Strudel im Pazifik, Feinstaub in der Luft und Mikroplastik in der Nahrungskette. Die Gruppenausstellung „Zero Waste“ zeigt internationale Positionen zeitgenössischer Kunst, die auf die Dringlichkeit verweisen, Ressourcen zu schonen, weniger zu konsumieren und nachhaltiger zu leben. In Installationen, Videos, Skulpturen und Fotografien untersuchen die beteiligten Künstler*innen globale Konsequenzen von Plastikverpackungen, Reifenabrieb, giftigen Chemikalien und Überproduktion. „Zero Waste“ wird realisiert vom Umweltbundesamt in Kooperation mit dem MdbK und kuratiert von Hannah Beck-Mannagetta und Lena Fließbach.

Täglich verwehen Fetzen der als „mar de plástico“ bekannten Gemüseplantagen in Südspanien ins Meer. Raul Walch dienen sie als Material für sein raumgreifendes Mobile. Das Künstlerduo Irwan Ahmett und Tita Salina überführt für seine Videoarbeit einen kleinen Fisch von einem vermüllten Gewässer in Jakarta in einen kristallklaren Fluss. Während Erik Sturm Feinstaub von Fensterbänken stark befahrener Straßen kratzt, um daraus Farbe herzustellen, führt Swaantje Güntzel in ihren Fotografien und Objekten die Auswirkungen von Mikroplastik aus Kosmetikprodukten auf Meerestiere vor Augen. In seinem Labor experimentiert Dani Ploeger mit dem von Herstellern bewusst herbeigeführten Alterungsprozess elektronischer Geräte und Eliana Heredia arbeitet in ihrer Installation mit Wegwerfprodukten und Reinigungsmitteln.

Die Ausstellung möchte nicht nur einen kritischen Blick auf den aktuellen Zustand unserer Erde werfen, sondern Lösungsansätze diskutieren, zu alternativen Handlungsmöglichkeiten anregen und Visionen für die Zukunft entwerfen. Nicht zuletzt hinterfragt das Projekt auch den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen in der Kunstwelt sowie den CO2-Fußabdruck der Ausstellung selbst.

„Zero Waste“ präsentiert Arbeiten von Irwan Ahmett & Tita Salina, Michel de Broin, Nadine Fecht, Vibha Galhotra, Tue Greenfort, Andreas Greiner, Swaantje Güntzel, Eliana Heredia, Bianca Kennedy & The Swan Collective, Wolf von Kries, Christoph Medicus, Klara Meinhardt, Alexander Oelofse, Kadija de Paula & Chico Togni, Dani Ploeger, Mika Rottenberg, Erik Sturm und Raul Walch.

„Zero Waste“ realisiert das Umweltbundesamt innerhalb seiner Programmreihe „Kunst und Umwelt“. Wie können und wollen wir in Zukunft leben, ohne unsere Lebensgrundlage zu zerstören? Wie können wir lernen, neue Wege zu denken? Und wie kommen wir vom Wissen zum Handeln? Kunst und Kultur können einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Verständigungsprozess über Zukunftschancen und nachhaltige Entwicklung in unserer Gesellschaft leisten. Seit Mitte der achtziger Jahre pflegt das Umweltbundesamt, Deutschlands zentrale Umweltbehörde, deshalb mittels dieser Reihe den Dialog mit Kunstschaffenden.

Soft Opening: 24.06.2020, 18–21 Uhr

https://mdbk.de/ausstellungen/zero-waste/