Musik und Drogen

Ein Paradebeispiel für den Zusammenhang von Musik und Drogen ist die Ravebewegung. Immer mehr Jugendliche nehmen LSD, Speed oder Extacy zu sich. Diese synthetischen Rauschgifte sind die neuen Renner. Sie sind die neue Techno-Droge. Viele der jungen Freaks schlucken Pillen, damit sie die Raveveranstaltung besser durchstehen und somit die ganze Nacht durchtanzen können. Viele Musiker die in den Teufelskreis des Drogenmilieus geraten sind, landeten später im Gefängnis, wie zum Beispiel James Brown, Konstantin Wecker, Coolio, Snoop Doggy Dogg, die selber Drogen nahmen oder damit dealten. Nicht nur in der Gegenwart, sondern auch und vor allem in den sechziger Jahren war der Missbrauch von Rauschgiften enorm. Die Hippiebewegung machte den Genuss von Drogen zu einer Art Modewelle. Happenings wie Woodstock ’69 oder der Peace ’n‘ Love-Airplane-Dead-Quick-Silver-Acid-Rock-Sound von San Francisco waren damals ohne Drogen nicht vorstellbar.

Die großen Vorbilder dieser Zeit waren The Rolling Stones, the Doors, Free oder Jimmy Hendrix.

Ein weiterer Grund des Missbrauchs von Rauschmitteln ist die Tatsache, dass viele Künstler versuchten ihr Bewusstsein mit Hilfe eben jener Mittel zu erweitern, um Zutritt zu erhalten in Welten, die sonst verschlossen und versiegelt waren. Sie suchten das Unbekannte und spielten dadurch besser Musik als im Normalzustand , sie sangen wundervolle und exotische Texte . Die Drogen inspirierten sie und förderten ihre Kreativität. Wie die romantischen Dichter vergnügten sie sich mit allem , was zur Veränderung der Sinne verfügbar war: Wein, Whiskey, Haschisch, LSD, Heroin .

Natürlich führte dieser Drogenkonsum zur Sucht . Ein Musterbeispiel hierfür ist der ganze Lebenslauf von Jim Morrison . Am Anfang trank er aus Vergnügen und am Schluss betrank er sich aus dem einfachen Grund, weil Alkoholiker sich eben betrinken. Trotzdem ist die unvergessene Musik der Doors, sowie die vieler anderer Musikern wie zum Beispiel die von Janis Joplin, den Rolling Stones, Bob Marley oder Jimi Hendrix ohne Drogen nicht denkbar. Der Einstieg ins Drogenmilieu liegt für viele dieser Persönlichkeiten sehr nah.

Bekannt sein, und die damit zusammenhängende Vorbildfunktion für ganze Generationen bringt für die Stars eine enorme Stressanhäufung. Sie schaffen es nicht mehr, ihre alltäglichen Sorgen und Probleme zu bewältigen. Ihren einzig verbleibenden Ausweg sehen sie in der Flucht in eine scheinbar heile Welt, die nur durch Einnehmen von Halluzinaten oder anderen Substanzen erreicht werden kann.

Die Flucht vor der Realität bringt viele verheißungsvolle Künstler an den Rand des Abgrunds und so manche darüber hinaus.

In unserer heutigen Konsumgesellschaft herrscht immer eine gewisse Erwartungshaltung. Die Fans, obwohl sie ihre Idole vergöttern, erwarten doch im Gegenzug , bei jedem Konzert das perfekt inszenierte ‚Happening‘.

Diesem überdimensionalen Druck der Menge sind normale Menschen nun mal einfach nicht gewachsen.

Der Versuch, die eigene Persönlichkeit hinter dem Rauschgift zu verbergen, scheint oberflächlich zu gelingen.

Das stichfesteste Argument, das beweist, dass die Musik im Zusammenhang mit Drogen steht, ist der Drogentod vieler Musiker. Jim Morrison, der unvergessene Rock-poet der sechziger Jahre, starb 1971, im Alter von 27 Jahren in Paris an Herzversagen. Sein Tod wurde nicht durch eine Überdosis herbeigeführt, ist jedoch auf die Rauschgifte zurückzuführen. Denselben Tod erlitten etliche andere Sänger. Natürlich können und dürfen wir nicht alle Musikrichtungen in einen Topf werfen, denn es gibt große Differenzen zwischen den verschiedenen Musikarten. Bei der volkstümlichen Musik finden wir kaum einen Drogensüchtigen. Das ist vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass ein Großteil dieser Szene in einem fortgeschrittenen Alter ist. Diese Generation hatte in ihrer Jugend kaum etwas mit Drogen zu tun. Dass große Konzerte in unserer Epoche auch ohne Drogen stattfinden können, wird durch viele rezente Festivals belegt. Als Beispiele hierfür zählen das Rolling-Stones Konzert in Luxemburg oder Metallica-Konzert in Mannheim. Viele der ehemaligen drogenabhängigen Musiker versuchen den Jugendlichen, die auf die schiefe Bahn geraten sind, durch eigene Erfahrungen zu helfen.

Aber auch die Einsicht, dass Drogen schädlich sind, bringen viele dazu, damit aufzuhören. Aus Angst vor der Zerstörung der Karriere inspirieren sich Musiker nicht an eben jenen Mittel, die ihre Kreativität fördern sollen, sondern schreiben ihre Texte und spielen ihre Musik bei vollem Verstand. Ihre Werke stellen sich als ebenso gut heraus, als die der von Drogen beeinflussten Musikern. Außerdem sind die Betreffenden mit einer besseren Gesundheit bevorteilt. Dadurch, dass sie ihre Konzerte im normalen Zustand abhalten, haben sie eine längere Ausdauer und eine ausgeglichenere Show, die zum Vorteil der Fans führt wie Take That, East 17, DJ Bobo, Just Friends oder Kelly Family, welches ‚cleane‘ Teenie-Bands sind. Natürlich muss hier gesagt werden, dass es auch Ausnahmen gibt und es sind diese Ausnahmen die der Musikszene den schlechten Ruf einbrachten. Diese Bands werden jedoch nach und nach verschwinden, und die Musik wird dann nicht mehr im Zusammenhang mit Drogen erwähnt werden, bis sich der Trend wieder ändern wird.


Musik kann Ausdruck

eines bestimmten Lebensgefühls sein. Musik kann auch Einfluss nehmen auf die Gedankenwelt ihrer Hörer. Oftmals geht es in den Songs offen oder verdeckt auch um Drogenkonsum. Wie oft, das hat ein US-amerikanisches Forschungsteam untersucht und die Top Hits der letzten fünf Jahrzehnte verglichen.

Wie kann man die Wirkung von Drogen auf das Bewusstsein beschreiben? Für jemanden, der nur Alkohol kennt, ist zum Beispiel die Erfahrungswelt von LSD nicht begreifbar. Nun ist es so, dass nicht jeder LSD ausprobieren sollte – im Gegenteil.

Erfahrungsbericht Musik einen Eindruck von Drogenerlebnissen

Alkohol

Fangen wir mit einer Droge an, die wir alle kennen: Alkohol. Die Wirkung von Alkohol ist gesellig, fröhlich, beschwingt. Die dazu passende Musik ist die typische Schunkel-Musik: „Da steht ein Pferd auf dem Flur…“ oder „Ja, ja, ja der Enzian…“ sind für mein Gefühl die Stellvertreter einer lockeren Bewusstseinshaltung.

Nicht jeder mag diese Musik bzw. dieses Gefühl, was dahinter steckt. Der Alkohol vernebelt das Bewusstsein. Man wird primitiver und agressiver. Das ist genau das, was die oben genannten Musikstücke vermitteln.

Cannabis

Wenn man Cannabis zu sich nimmt (dazu gibt es auch einige wichtige Tipps), dann ist der Bewusstseinszustand mit anderen Musikstücken zu vergleichen.

Oftmals driftet das Bewusstsein irgendwo zwischen Zeit und Raum. Hier würde man gerne Trance-Musik hören, wie zum Beispiel Jean Michel Jearre (den die älteren Leser sicherlich kennen). Eine ruhige Musik mit sphärischen Klängen ist optimal.

Oder man würde eine ruhige Kuschel-Rock CD in den Player einlegen. Man schwelgt in Emotionen und ist sehr zärtlich gestimmt. Manchmal ist nichts auf der Welt so interessant, wie am Ohr des Partners zu knabbern und zu erleben.

Die musikalischen Klänge der sehr bekannten Gruppe Dead can dance entführen den Hörer zum Beispiel in die afrikanische Klangwelt. Die Musik ist langsam und unter Cannabis genießt man jede Note, jeden komplexen Rhythmus. Man vergisst sich selbst und genießt eine ganze CD am Stück. Ein Gespräch scheint hier unmöglich zu sein.

Diese Art der Vertiefung ist aber nicht jedermanns Sache. Bei einigen Menschen löst diese Art von Musik Angst aus. Etwas kratzt dort am Bewusstsein. Man wird „runtergezogen“ und vielleicht melancholisch. Diese Musik löst alles aus dem gewohnten Kontext.
Psilocybin und LSD

Wenn man diese Stoffe im Blut hat, so fühlt man ganz anders. Viel abgerückter. In diesem Zustand kann klassische Musik begeistern, weil sie so klar, so analytisch ist. Man versteht die Logik dieser Musik und genießt die kristallklaren Klänge einer Violine.

Oder aber man hat den Drang zu sakraler Musik. Vielleicht sind es die Gregorianischen Mönchs-Chöre, oder man schwebt mit Lisa Gerard in den ethischen Gefilden des eigenen Charakters.

Es kann aber auch die Gruppe Ramstein sein, die bei einem Egotrip das Gefühl der absoluten Überlegenheit ausdrückt. Man sieht sich selbst als einen grenzenlosen Potentat, der sich problemlos auf die Straße stellen könnte, um einen LKW anzuhalten. (Hier sind Freunde hilfreich… mit anderen Worten: Musik von Ramstein ist unter LSD nicht wirklich zu empfehlen.)

Oftmals entwickelt sich ein Hang zu schräger Musik, wie etwa Portishead. Das passt zu den schrägen Gedanken, die sich im eigenen Kopf entwickeln.

Dieser Zustand kann aber auch eine Qual sein. Man stelle sich nur vor, man hasst klassische Musik und müsste sich ein ganzes Konzert in voller Lautstärke anhören. Für viele eine Horrorversion… die Klänge eines Violinisten wie Nighel Kennedy können so manchen Zuhörer in den Wahnsinn treiben.
Fazit

Dieser kleine Erfahrungsbericht will Drogen nicht verharmlosen im Sinne „Drogen sind so schön wie Musik“. Es sollte vielmehr gezeigt werden, welchen Charakter einzelne Drogen haben, die man mit Musik-Stilen vergleichen kann.

Vielleicht kann es für den einzelnen Leser Sinn machen, zur Musik zu greifen, statt sofort die jeweilige Droge auszuprobieren. Wer mit der Musik innerlich nicht zurecht kommt, wird vermutlich auch den Bewusstseinszustand nicht als angenehm empfinden. Die 30,00 DM für eine CD sind besser angelegt als ein in etwa gleich teuerer LSD-Trip oder ein Tütchen Cannabis oder ein Körbchen Psilocybin-Pilze.


Mischkonsum

Bei der Einnahme von Drogen ist der sogenannte Mischkonsum weit verbreitet. Dabei werden verschiedene Drogen gleichzeitig oder nacheinander konsumiert, um die Wirkung einer Droge zu verstärken, ihrem Wirkspektrum das einer anderen Droge hinzuzufügen oder ihre Wirkung durch eine andere Droge aufzuheben. Einige Ecstasy-Konsumenten beispielsweise greifen zu Speed und anderen Amphetaminen, um mehr Power zu haben und den Trip zu verlängern. Das Rauchen von Cannabis ist eine gängige Methode, um in der Chillout-Phase vom Ecstasy-Trip „herunterzukommen“. Zu diesem Zweck wird inzwischen auch wieder Heroin, das lange Zeit verpönt war, auf Folie geraucht. Die Kombination von Ecstasy und LSD, unter dem Namen „Candy-flip“ bekannt, soll die halluzinogenen Wirkungen von LSD mit der durch Ecstasy ausgelösten Warmherzigkeit verbinden. Darüber hinaus sind Kombinationen sämtlicher anderer Drogen gebräuchlich, von denen die meisten den Körper schwer belasten und […] das Risiko von Zwischenfällen mit tödlichem Ausgang.

Beschreibung

  • Bier
  • Wein
  • Alkohol Spirituosen
  • Schaumwein
  • Nikotin
  • Legale Drogen
  • Coffein
  • Analgetika (Schmerzstillende Mittel)
  • Tranquilizer (Beruhigungsmittel)
  • Medikamente Barbiturate (Schlaf- und Beruhigungsmittel)
  • Opiate, Opioide (Morphin, Methadon)
  • Kokain Crack
  • Stimulantien Amphetamine Speed
  • Designerdrogen
  • Psilocybin Magic Mushrooms
  • LSD
  • Halluzinogene Meskalin
  • Designerdrogen
  • Illegale Drogen
  • Entaktogene Ecstasy
  • Designerdrogen
  • Cannabis Sedativa GHB
  • Opium und Opioide

Heroin

Die vorausgehende Tabelle stellt eine der heute gebräuchlichsten Auflistungen der wichtigsten Drogenarten dar. Im Folgenden sollen aber nur diejenigen Drogen näher beschrieben werden, die in Verbindung mit Musik relevant sind oder waren.

Alkohol 

Alkohol wird zwar auf Grund seiner Legalität und gesellschaftlichen Akzeptanz oft nicht als Droge wahrgenommen, stellt aber in Anbetracht seiner Auswirkungen eines der größten Drogenprobleme unserer Zeit dar. Alkohol bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch den zur Gruppe der „Alkohole“gehörenden Äthylalkohol, der durch Vergärung von Zucker aus unterschiedlichen Grundstoffen gewonnen wird und berauschende Wirkung hat. Zu diesen Grundstoffen zählen z.B. Weintrauben, Getreide, Früchte, Zuckerrohr, Kartoffeln und andere. Da sich der Alkoholgehalt nach der Gärung durch Destillation beträchtlich erhöhen lässt, kann er je nach Getränk zwischen 4,0 und 50 Vol.% liegen. Die Wirkungsdauer und Wirkungsweise von Alkohol, die von leichter Euphorie und Enthemmung über Aggression bis zur Schläfrigkeit reicht, hängen von der aufgenommenen Menge und den persönlichen physischen und psychischen Voraussetzungen ab.

Zu den am meistverbreiteten Stimulantien zählen Speed und Kokain.

Speed

Speed ist die in der Szene geläufige Bezeichnung für Amphetamine und Methamphetamine. Diese erhöhen die Ausschüttung der körpereigenen Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin und wirken dadurch stark stimulierend und anregend. Die natürlichen Grundbedürfnisse wie Schlaf, Hunger und Durst und darüber hinaus das Schmerzempfinden werden ausgeschaltet, während Energie, geistige Wachheit und Ausdauer gesteigert werden. Außerdem führt die Einnahme von Speed zu erhöhtem Kommunikationsbedürfnis und übersteigertem Selbstbewusstsein, weshalb Speed ebenso wie Kokain als „Ego-Droge“ bezeichnet wird. Speed wird als weißes, manchmal auch farbiges Pulver oder in kristalliner Form verkauft und durch die Nase gesnieft, in Flüssigkeit aufgelöst oral eingenommen oder gespritzt. Die Wirkungsdauer beträgt je nach Menge, Reinheit und Konsumform des Stoffes sechs bis zwölf Stunden.

Kokain 

Kokain wird aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches gewonnen und ist wegen seiner stark süchtig machenden Wirkung und der Schäden, die es im Körper und im Nervensystem anrichtet, eine der gefährlichsten Drogen. Nichtsdestoweniger befindet es sich in letzter Zeit wieder auf dem Vormarsch. Kokain verursacht die Freisetzung von Adrenalin und Dopamin und erzeugt so eine massive Erregung im Zentralen Nervensystem. Wie bei Speed werden die natürlichen Grundbedürfnisse ausgeschaltet, Erschöpfung und Schmerzempfinden beseitigt. Stattdessen breitet sich ein Euphoriegefühl aus, Hemmungen weichen zugunsten eines erhöhten Rede- und Mitteilungsdranges bis hin zu hochgradigem Kontaktbedürfnis und intensiver sexueller Erregung. Als die Ego-Droge schlechthin erhöht Kokain die Selbstsicherheit bis zum Omnipotenzgefühl. Da sie sich für unverwundbar halten, springen Kokainkonsumenten bei der Flucht vor der Polizei des öfteren sogar aus dem Fenster. Kokain wird als weißes, kristallines Pulver verkauft und in den bekannten „lines“ gesnieft, als „Kokette“ oder „Kokarette“ geraucht oder in Wasser aufgelöst gespritzt. Die Wirkungsdauer beträgt ca. eine Stunde.

LSD-25

LSD-25 ist die chemische Bezeichnung für Lysergsäure-diethylamid, eine halluzinogene Substanz, die von dem Schweizer Chemiker Albert Hofmann 1943 aus dem Mutterkorn, einem parasitären Pilz, der Getreideähren befällt, isoliert wurde. LSD löst Appetit- und Schlaflosigkeit aus und hat erhöhte Körpertemperatur zur Folge. Bemerkenswert sind aber vor allem die halluzinogenen Eigenschaften wie die Veränderung der Wahrnehmung im optischen, akustischen und geschmacklichen Bereich. Feste Gegenstände fangen plötzlich an zu fließen, außerdem kommt es zu Synästhesien, d.h. man hört Farben oder sieht Töne, das Raum- und Zeitgefühl gerät aus dem Gleichgewicht, und es werden möglicherweise verdrängte Erfahrungen und Empfindungen wieder offengelegt. Je nach psychischer Verfassung des Konsumenten, eingenommener Menge und Umfeld können sogenannte „bad trips“ oder „horror trips“ auftreten. LSD wird als mit Bildern bedruckte Papiertrips („Pappen“, „Tickets“) oder Mikrotablette verkauft und geschluckt. Die Wirkungsdauer beträgt sechs bis zwölf Stunden.

Ecstasy 

Ecstasy ist die Bezeichnung für den Stoff MDMA und gehört auf Grund seiner Wirkung zur Gruppe der Entaktogene, also zu den Stoffen, die die Wahrnehmung für das eigene tiefe Innere öffnen und verstärken. Aus chemischer Sicht ist MDMA ein Phenetylamin, ebenso wie MDA, MDEA und MBDB. Diese werden ebenfalls unter dem Namen Ecstasy verkauft, obwohl sich ihre Wirkung geringfügig von der von MDMA unterscheidet. Ecstasy gilt wegen seiner „herzöffnenden“ Wirkung als Liebesdroge, während es den sexuellen Trieb gleichzeitig dämpft. Reine Entaktogene wirken nicht halluzinatorisch und da Ecstasy Aggressionsminderung und Muskelentspannung herbeiführt, kann es auch nicht zu den Stimulantien gezählt werden. Die durch Ecstasy ausgelöste erhöhte Serotonin-Ausschüttung ruft Appetitlosigkeit, Wachheit, Emphase und ein Kribbeln auf der Haut hervor. Die Kommunikationsbereitschaft steigt und die vermehrte Bewegungs- und Tanzlust schaukelt sich oft bis zur Ekstase hoch. Ecstasy ist als Tablette in allen möglichen Farben mit verschiedenen Aufdrucken bekannt, seltener wird es auch als Kapsel oder Pulver verkauft. Es wird geschluckt oder in Getränken aufgelöst. Die Wirkungsdauer beträgt vier bis sechs Stunden.

Hinweis: Das sogenannte „Liquid Ecstasy“ hat nichts mit Ecstasy zu tun. Es handelt sich hierbei um Gammahydroxybuttersäure (GHB), eine Substanz, die zur Narkose und später von Sportlern als verbotenes Dopingmittel eingesetzt wurde. GHB wirkt antriebssteigernd, sexuell stimulierend und aggressionsfördernd, kann aber je nach Dosierung auch verwirrend und einschläfernd sein. Es ist flüssig und wird in kleinen Plastik-Ampullen oder Flaschen verkauft und oral eingenommen. Die Wirkungsdauer beträgt 2-4 Stunden. GHB ist erst seit dem 01. März 2002 illegal!

Cannabis 

Cannabis ist der wissenschaftliche Ausdruck für Hanf, wobei der Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) aus der weiblichen Pflanze gewonnen wird. Am bekanntesten sind Haschisch (Dope, Shit), das zu Platten oder Klumpen gepresste Harz, und Marihuana (Gras), die getrockneten Blüten, Blätter und Stängelspitzen der Hanfpflanze. Cannabis wird oftmals fälschlicherweise den Halluzinogenen zugeordnet, dabei besitzt es nur in hoher Dosierung halluzinogene Eigenschaften. Normalerweise intensiviert es die augenblickliche Gemütslage, positiv als auch negativ, erzeugt Gelöstheit, innere Ausgeglichenheit und ein leichtes Hochgefühl. Cannabis befreit von Ängsten, hebt die Kommunikationslust und setzt das sexuelle Empfinden herauf. Akustische, visuelle und taktile Empfindungen werden auf eine neue Weise wahrgenommen. Ist die Dosis allerdings zu hoch, folgt auf die Drogeneinnahme Gleichgültigkeit und Passivität bis hin zur Apathie. Cannabis wird als „Joint“ über Pfeifen und Wasserpfeifen geraucht oder oral über Gebäck (space cakes) und Getränke (Haschtee…) konsumiert. Die Wirkungsdauer beträgt beim Rauchen ein bis vier Stunden mit langsam ausklingendem Rausch und bei oraler Einnahme zwei bis zehn Stunden.

Opium

Opium wird aus dem Schlafmohn (Papaver somniferum) gewonnen und wurde schon 4000 v.Chr. von den Sumerern und Ägyptern verwendet. 1806 isolierte der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner als Erster den Hauptwirkstoff Morphin aus dem sogenannten Rohopium. Opium ist in erster Linie hochgradig schmerzstillend, was auch für seelische Schmerzen gilt. Die stark betäubende Wirkung löst darüber hinaus Angst, Spannung und Unlust und führt traumähnliche Zustände, motorische Hemmungen und eine tranceartige Müdigkeit herbei. Opium wird bei drogenartigem Gebrauch in Kugeln, Tafeln oder Würfeln verkauft und vorwiegend gegessen, geraucht oder gespritzt. Aus dem Hauptwirkstoff des Opiums Morphin wird durch chemische Prozesse Heroin gewonnen.

Im voranstehenden Text sind lediglich die direkt mit dem Konsum verbundenen Wirkungen der einzelnen Drogen beschrieben. Werden Drogen über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann es bei allen entweder zu physischer oder psychischer Abhängigkeit kommen. Je nach Droge führt diese mit großer Wahrscheinlichkeit zur Schädigung von inneren Organen oder des Zentralnervensystems, zur Schwächung des Immunsystems, zu signifikanter Gewichtsabnahme, zum körperlichen Verfall, zum Verlust der Selbstbestimmung und der Selbstkontrolle, zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, zu Paranoia und Psychosen, zu Teilnahmslosigkeit und Realitätsverlust und im schlimmsten Falle bis zum Tod.


Geschichte und gesellschaftliche Akzeptanz

Auf Grund zahlreicher Berichte kann man […] zur Einsicht gelangen, dass ohne Drogengebrauch die menschliche Sozialisation und kulturelle Entwicklung niemals die hohen Entwicklungsstufen erreicht hätten, als wenn die Menschen auf wahrnehmungs- und bewusstseinsverändernde Substanzen verzichtet hätten. Diese Aussage Hans Coustos ist sicherlich umstritten, Tatsache ist aber, dass Drogen in der menschlichen Sozialisation und kulturellen Entwicklung stets eine große Rolle gespielt haben und noch immer spielen. Interessant ist dabei sowohl deren Geschichte als auch der Wandel ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz.

Schon im ersten Buch Mose (9: 20-23) ist beschrieben, wie Noah reglos und trunken vom Wein in seiner Hütte aufgefunden wurde. Alkohol hat als Nahrungs-, Genuss- und Rauschmittel eine jahrtausendealte Tradition. Der Begriff ist vom arabischen Wort „al-kuhl“ abgeleitet und bedeutet das Feinste von Etwas. Im alten Ägypten diente Alkohol nicht nur als Opfergabe und Heilmittel, sogar Arbeitslöhne wurden in Brot- und Biereinheiten angegeben. Die Geschichte exzessiver Trinkgelage reicht von den alten Griechen und Römern bis ins Mittelalter, wo Leibeigene und Tagelöhner teilweise in Form von alkoholischen Getränken entlohnt wurden. Im Industriezeitalter entstanden durch diese weiterhin vorhandene Art der Entlohnung schnell Abhängigkeiten, da sich die ausgebeutete Arbeiterschaft mit hochprozentigem Alkohol betäubte und billig ernährte. Darüber hinaus führte die zunehmende Verbreitung der Destillation alkoholischer Getränke […] dazu, dass auch die Konsequenzen des Alkoholkonsums zunahmen und immer deutlicher hervortraten. Um den Alkoholismus in den Griff zu bekommen, verhängten die USA 1919 sogar ein Verbot, das aber nicht den gewünschten Erfolg hatte und 1933 wieder aufgehoben wurde. Heute ist Alkohol als Teil unserer Tischkultur, christliches Sakrament und euphorisierendes Rauschmittel gesellschaftlich anerkannt, obwohl in Deutschland jährlich etwa 40 000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen des Alkoholkonsums sterben und nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 1,6 und 2,5 Millionen Deutsche alkoholabhängig sind.

Opium, Cannabis, Kokain und Psychopilze sind als pflanzliche Drogen ebenfalls seit Jahrtausenden bekannt. Die schmerzstillende Wirkung von Opium wurde schon 4000 v.Chr. von den Sumerern und Ägyptern genutzt. Im 9. Jahrhundert v. Chr. schreibt auch Homer von dem betäubenden Mohn, vom Mohn, getränkt mit lethäischem Schlummer. Durch die Araber kam die Mohnpflanze von Kleinasien, Ägypten und Griechenland über Persien nach Indien und China. Während in der Türkei und im Iran das Opium hauptsächlich oral aufgenommen wurde und das Opiumessen um das Jahr 1500 zur Gewohnheit geworden war, kam im 17. Jahrhundert in China das Opiumrauchen auf. Bis ins 20. Jahrhundert hinein versetzte man sich in Opiumhöhlen in trügerisches Wohlbefinden und angenehme Träume. Aufgrund der starken moralischen und physischen Schädigungen, die das Opium bei der chinesischen Bevölkerung anrichtete, erließ Kaiser Yung Ching ab dem Jahr 1729 mehrere Verbote. Nachdem als Abwehrmaßnahme 20 000 Opiumkisten zerstört worden waren, kam es 1834-1842 zum ersten Opiumkrieg mit England, das einen Eingriff in seine Handelsfreiheit sah. China verlor sowohl diesen als auch den darauffolgenden Krieg und war gezwungen den Opiumhandel zu legalisieren. In Europa nutzten viele Dichter der Frühromantik bis hin zu den Surrealisten Opium zur Stimulierung ihrer Phantasie. So sind z.B. E.T.A. Hoffmann, Novalis, Poe, Baudelaire, Rimbaud und Trakl als Opiumkonsumenten bekannt. Hoffmann schreibt in seinem Tagebuch, dass er die Eingebungen und Bilder, die er im Rausch gehabt hat, […] in den grauen Stunden des Katzenjammers mit dem durch die psychische Depression sowie durch Opium geschärften Sinn nieder[schrieb]. 1906 wurde der Opiumanbau in China mit Erfolg eingeschränkt, nachdem man den illegalen Anbau und Handel unter schwere Strafen gestellt hatte. In Persien, wo der Mohnanbau zur Opiumgewinnung unter staatlichem Monopol steht, wurden 1969 alleine 34 Rauschgifthändler erschossen. Nachdem der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner 1806 den Wirkstoff Morphin isoliert hatte, wurde dieser als Schmerzmittel zur Therapie zugelassen. Allerdings ist man beständig auf der Suche nach ähnlich wirksamen schmerzlindernden Substanzen, um das stark suchterzeugende Morphin langfristig ersetzen zu können.

Cannabis ist die am weitesten verbreitete illegale Droge in der Bundesrepublik Deutschland. Da Cannabis in allen Klimazonen wächst, breitete sich die Pflanze von Zentralasien über den gesamten Erdball aus. Sie galt nicht nur als Kult-, sondern auch als Nutzpflanze und wurde als Rohstoff in der Papier- und Textilherstellung verwendet und zu Netzen und Seilen verarbeitet. Mittlerweile wird auch in Europa Industriehanf angebaut. Während Cannabis als Medikament in Kalifornien und Alaska bereits legal an Krebspatienten und Aidskranke abgegeben werden darf, fordert auch die Bundesärztekammer die Zulassung von Cannabis für den medizinischen Gebrauch.[48] Der Konsum von Cannabis wirkt unter anderem schmerzstillend und appetitanregend („Haschhunger“), was schwerkranken, durch Gewichtsverlust geschwächten Menschen, zugute käme.

Um Müdigkeit, Hunger, Kälte und Schmerzen zu unterdrücken ist das Kauen von Kokablättern bei den südamerikanischen Anden-Indianern seit mehr als 4000 Jahren fester Bestandteil ihrer Lebensweise. Mit der Unterwerfung Südamerikas durch die Spanier wurde Koka 1551 von der katholischen Kirche zuerst als „Teufelskraut“ verdammt. Als die spanischen Kolonisatoren jedoch feststellten, dass Koka die Arbeitsleistung der in den Minen beschäftigten Indios wesentlich erhöhte, übernahmen sie selbst den Kokahandel. 1859 wurde in einem deutschen Labor der Wirkstoff Kokain isoliert, der von der Pharmafirma Merck als Medikament auf den Markt gebracht und als harmloses Allerweltsmittel geschätzt wurde. Der Wiener Arzt Sigmund Freud setzte Kokain nicht nur medizinisch ein, sondern wies auch auf dessen stimulierende Wirkung hin: Die Coca ist ein weit kräftigeres und unschädlicheres Stimulans als der Alkohol und ihrer Anwendung in großem Massstabe steht derzeit nur ihr hoher Preis im Wege. 1886 gelangte Kokain in den USA durch ein Süßgetränk namens Coca-Cola auf der Basis von Koka und Cola-Nuss in den Lebensmittelhandel. Erst 1903 wurde der Kokain-Wirkstoff aufgrund seines Suchtpotenzials durch Koffein ersetzt. Während in den USA die geistige Zerrüttung und die moralische Perversion des Kokain-Exzesses angeprangert und Kokain bereits 1914 verboten wurde, war es in Paris immer noch als Salon- und Sexdroge verbreitet, während man in Deutschland das Leistungspotential der Droge schätzte. Im Ersten Weltkrieg konsumierten es deutsche Soldaten massenhaft in Schützengräben, bei langen Märschen und nächtlichen Flugeinsätzen. Eingesetzt wurde es auch als Dopingmittel beim Leistungssport. 1920 wurde Kokain in Deutschland verboten und erhielt schließlich in den zwanziger Jahren seinen Ruf als „Schickeriadroge“. Bis heute gilt es bei Künstlern, Intellektuellen, Jazz- und Rockmusikern, Filmemachern, Yuppies und Aktienhändlern als Modedroge und wird deshalb auch als „Champagner-Droge“ bezeichnet. Allerdings blieb Kokain nicht nur auf exklusive Kreise beschränkt. Auch Spieler, Prostituierte und Kleinkriminelle verfielen der Droge. Inzwischen haben sich weltweit mächtige Drogenkartelle gebildet, deren Umsatz schon vor einigen Jahren auf etwa 800 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde. Die Anbaufläche für Kokain beträgt nach Meinung internationaler Behörden 180 000 Hektar, inoffizielle Schätzungen gehen von 520 000 Hektar aus. Der Kokainhandel wird mit Hilfe von Politikern, Unternehmern, Professoren, Banken und Rechtsanwälten vom organisierten Verbrechen durchgeführt. Die heute starke Verbreitung der Droge wird schon an ihren prominenten Konsumenten deutlich. Darunter befinden sich z.B. die Schauspieler Uwe Ochsenknecht, Martin Semmelrogge, Fritz Wepper und Iris Berben, der Boxweltmeister René Weller, der Meisterkoch Eckhardt Witzigmann, der Fußballer Diego Maradona und der Fußballtrainer Christoph Daum. Der Regisseur Rainer Werner Fassbinder starb mit 37 Jahren am Kokainkonsum.


Musik wirkt auf Menschen wie Sex und Drogen

Ihr kennt sicher das Gefühl, wenn die Lieblingsplatte einen Kratzer bekommen hat, oder wenn die große Liebe „etwas Abstand braucht“, oder wenn kein Heroin mehr im Haus ist. Das alles fühlt sich völlig identisch an, ist Euch das schon einmal aufgefallen? Die McGill-Universität in Kanada hat diese These nun mit einer Studie untermauert.

Um festzustellen, ob die von den Hirnforschern aufgestellte These zutrifft, dass Musik die gleichen Mechanismen im menschlichen Gehirn hervorruft wie Drogen und Sex, haben die Forscher eine Studie mit dem schmissigen Titel „Anhedonia to music and mu-opioids: Evidence from the administration of naltrexone“ ins Leben gerufen. Für die Studie ließen die Neurologen ihre Probanden unterschiedliche Musik hören: Musik, die ihnen besonders viel Freude bereitet und neutrale Musik. Dazu bekamen die Studienteilnehmer entweder Placebos oder den Wirkstoff Naltrexon (NTX). NTX bewirkt, dass synthetische Opiate wie Heroin, aber auch körpereigene Opioide (Endorphine) vom Gehirn nicht aufgenommen werden können und so das Gefühl von Euphorie hemmen.

Nur gute Musik wirkt wie Drogen

Das Ergebnis der Studie habt Ihr ja bereits in der Überschrift gelesen: Probanden, die angenehme Musik hörten und zuvor NTX eingenommen hatten, waren sowohl subjektiv als auch objektiv (mit psychophysiologischen Mitteln gemessen) weniger glücklich, als solche, die angenehme Musik hörten und Placebos eingenommen hatten. Bei „neutraler“ Musik regte sich mit und ohne NTX nichts.

Musik setzt also die gleichen Wirkmechanismen frei wie Opiate. Endlich wissen wir also, warum Veranstalter und Ticket-Dealer ihre Karten mitunter zu horrenden Eintrittspreisen loswerden können. Musik-Fans sind schlicht süchtig nach ihren Lieblingsbands. Begrüßenswert wären angesichts dieser Neuigkeiten bei besonders schweren Fällen der Abhängigkeit (z.B. Musikjournalisten) Festivals oder zumindest Vinyl-Gutscheine auf Rezept, hierzu gibt es jedoch noch keine Informationen.

Weitere Themen und Infos findest du hier

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